--- id: rom-statut-1998 title: Das Rom-Statut schafft einen ständigen Strafgerichtshof date: '1998-07-17' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Am 17. Juli 1998 wird in Rom mit 120 gegen 7 Stimmen bei 21 Enthaltungen das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs angenommen. Es tritt 2002 in Kraft. Russland, die USA und China gehören bis heute nicht dazu. themeId: theme-staendiges-gericht verification: verified sources: - key: s1 title: 20 Jahre Internationaler Strafgerichtshof publisher: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen url: https://dgvn.de/meldung/20-jahre-internationaler-strafgerichtshof accessedAt: '2026-09-15' - key: s2 title: Internationaler Strafgerichtshof — Römer Statut publisher: Bundesamt für Justiz (Schweiz) url: https://www.bj.admin.ch/de/internationaler-strafgerichtshof-roemer-statut accessedAt: '2026-09-15' - key: s3 title: 'Internationales Strafrecht: 25 Jahre Rom-Statut' publisher: Legal Tribune Online url: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/25-jahre-rom-statut-internationaler-strafgerichtshof-istgh-icc-voelkermord-kriegsverbrechen accessedAt: '2026-09-15' provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-15' seeAlso: - id: istgh-haftbefehl-2023 note: >- Fünfundzwanzig Jahre später trifft es zum ersten Mal ein amtierendes Staatsoberhaupt einer Großmacht. - id: nuernberger-urteil-1946 note: Der Vorläufer — ein Gericht der Sieger für einen einzigen Fall. - id: genfer-konvention-1864 note: Die Regeln, deren Bruch hier dauerhaft verfolgbar werden sollte. --- Am 17. Juli 1998 nahm eine Staatenkonferenz in Rom das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs an — mit 120 Stimmen dafür, 7 dagegen und 21 Enthaltungen.[^s1] In Kraft trat es am 1. Juli 2002; damit konnte der erste ständige internationale Strafgerichtshof der Welt seine Arbeit aufnehmen.[^s1] Sein Sitz ist Den Haag.[^s2] Zuständig ist das Gericht für vier Verbrechen: Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und — seit 2017 — das Verbrechen der Aggression.[^s1] Die Aggression stand zwar von Anfang an im Statut, ihre Zuständigkeit wurde aber erst neunzehn Jahre später aktiviert; die Hürden für ein Verfahren sind außerordentlich hoch.[^s3] Der Gerichtshof tritt nicht an die Stelle nationaler Justiz, sondern ergänzt sie: Er wird nur tätig, wenn Staaten nicht willens oder nicht in der Lage sind, ernsthaft selbst zu verfolgen.[^s1][^s2] Ermitteln kann er auf dem Gebiet von Vertragsstaaten oder gegen deren Staatsangehörige; der UN-Sicherheitsrat kann ihm zusätzlich Fälle aus Nichtvertragsstaaten übertragen.[^s1] 123 Staaten erkennen das Statut an.[^s1] Beim Verbrechen der Aggression im Krieg gegen die Ukraine bestand 2023 eine Zuständigkeitslücke, weil weder Russland noch die Ukraine Vertragsstaaten waren.[^s3] Hinzu kommt eine magere Bilanz: In fast zwanzig Jahren kam es zu vier Verurteilungen.[^s1] Das erste Urteil erging 2012 in einem Fall aus dem Kongo.[^s3] Burundi trat 2017 als erster Staat aus, die Philippinen folgten 2019.[^s1] Ende der Datei: 3 Quellen.