--- id: rds-1-sowjetischer-atomtest-1949 title: 'RDS-1: Sowjetunion zündet 1949 ihre erste Atombombe' date: '1949-08-29' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 - s5 summary: >- Am 29. August 1949 zündete die Sowjetunion auf dem Testgelände Semipalatinsk ihren ersten Kernsprengsatz, RDS-1. Sie war damit nach den USA der zweite Staat mit Atomwaffen. themeId: theme-atomwaffe wikidata: - id: Q586755 name: RDS-1 seeAlso: - id: trinity-test-1945 note: >- Vier Jahre nach dem ersten Test der USA zündete die Sowjetunion ihre eigene Bombe. - id: kubakrise-1962 note: >- Dreizehn Jahre später standen sich beide Atommächte in der Kubakrise gegenüber. - id: new-start-ende-2026 note: Das Wettrüsten, das 1949 begann, war bis 2026 vertraglich begrenzt. verification: verified sources: - key: s1 title: Joe 1 (Soviet Union Nuclear Tests) publisher: AtomicArchive url: https://atomicarchive.com/media/photographs/testing/soviet/joe-1-1.html accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: Detailed description of the RDS-1 publisher: russianforces.org (Russian Strategic Nuclear Forces) url: https://russianforces.org/blog/2013/05/detailed_description_of_the_rd.shtml accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: First Soviet Nuclear Weapon Test (Research Starters) publisher: EBSCO url: https://www.ebsco.com/research-starters/history/first-soviet-nuclear-weapon-test accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: 'The Bomb: A Timeline' publisher: PBS American Experience url: https://www.pbs.org/wgbh/americanexperience/features/bomb-timeline/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: Soviet Atomic Program – 1946 publisher: Atomic Heritage Foundation / National Museum of Nuclear Science & History url: https://ahf.nuclearmuseum.org/ahf/history/soviet-atomic-program-1946/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s6 title: Hydrogen Bomb – 1950 publisher: Atomic Heritage Foundation / National Museum of Nuclear Science & History url: https://ahf.nuclearmuseum.org/ahf/history/hydrogen-bomb-1950/ accessedAt: '2026-10-14' disputed: - claim: Sprengkraft von RDS-1 positions: - value: 22 Kilotonnen source: s1 - value: 10 bis 20 Kilotonnen source: s3 resolution: >- Die 22 Kilotonnen sind der Wert der offiziellen sowjetischen Testliste; die erste Messung von etwa 10 Kilotonnen beruhte nach s2 nur auf der Druckwelle. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Die Atomwaffe)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Am 29. August 1949 zündete die Sowjetunion auf dem Testgelände Semipalatinsk ihren ersten Kernsprengsatz, RDS-1.[^s1][^s5] Das Gelände lag in Kasachstan, und die Sowjetunion war damit nach den USA das zweite Land, das einen Kernsprengsatz gezündet hatte.[^s3][^s1] In der Sowjetunion hieß der Sprengsatz „Erster Blitz“, in den USA bekam er den Decknamen „Joe-1“.[^s5] Das sowjetische Atomprogramm hatte im Februar 1943 begonnen, geleitet vom Physiker Igor Kurtschatow und politisch von Lawrenti Berija.[^s5] Den Entwurf des Regierungsbeschlusses über den Test schrieb Kurtschatow von Hand; er ist auf den 18. August 1949 datiert.[^s2] Viele Physiker des Manhattan-Projekts hatten erwartet, dass die Sowjetunion mindestens fünf Jahre für eine eigene Bombe brauchen würde.[^s6] Der Spion Klaus Fuchs gab wichtige Angaben zu Konstruktion und technischen Daten der amerikanischen Bombe weiter.[^s5] Wie viel die Spionage zum sowjetischen Programm beitrug, ist umstritten.[^s5] Die ersten Messungen nach dem Test ergaben etwa 10 Kilotonnen.[^s2] Diese Schätzung beruhte offenbar nur auf der Druckwelle; in der offiziellen Aufstellung sowjetischer Atomtests steht RDS-1 mit 22 Kilotonnen.[^s2][^s1] Eine weitere Darstellung gibt 10 bis 20 Kilotonnen an.[^s3] Am 3. September fand ein US-Flugzeug Spuren radioaktiven Niederschlags in der Atmosphäre vor Sibirien.[^s3][^s4] Am 23. September 1949 machte das Weiße Haus den sowjetischen Test öffentlich.[^s6][^s3] Kurz darauf billigte Präsident Truman Programme zum Bau der Wasserstoffbombe.[^s3] Die Entscheidung dafür fiel im Januar 1950.[^s6] Die Sowjetunion begann bald darauf ein eigenes Wasserstoffbombenprogramm.[^s5] Ende der Datei: 6 Quellen.