--- id: frieden-von-utrecht-1713 title: Der Frieden von Utrecht schreibt das Gleichgewicht der Mächte in einen Vertrag date: '1713-04-11' datePrecision: day dateSources: - s2 - s3 summary: >- Am 11. April 1713 werden in Utrecht die ersten Verträge unterzeichnet, die den Spanischen Erbfolgekrieg beenden. Sie verhindern, dass Frankreich und Spanien je unter einem König stehen, und einige von ihnen nennen das Gleichgewicht der Mächte ausdrücklich als Bedingung des Friedens. themeId: theme-friedenskongress verification: verified sources: - key: s1 title: Utrecht, Peace of (1713) publisher: >- Encyclopedia of the Early Modern World (Elizabeth Mancke), über Encyclopedia.com url: >- https://www.encyclopedia.com/history/modern-europe/treaties-and-alliances/peace-utrecht accessedAt: '2026-10-05' - key: s2 title: >- The peace of Utrecht and the balance of power (Randall Lesaffer, Tilburg University) publisher: OUPblog url: https://blog.oup.com/2014/11/utrecht-peace-treaty-balance-power-europe/ accessedAt: '2026-09-23' - key: s3 title: Treaty of Utrecht publisher: EBSCO Research Starters (Edward P. Keleher, Mark C. Herman) url: https://www.ebsco.com/research-starters/religion-and-philosophy/treaty-utrecht accessedAt: '2026-09-23' - key: s4 title: >- The treaties of Utrecht that changed European history forever (Linda Frey, Marsha Frey) publisher: OUPblog url: https://blog.oup.com/2017/04/23-treaties-utrecht-european-history/ accessedAt: '2026-10-09' disputed: - claim: Beteiligte an den Verträgen vom 11. April 1713 positions: - value: Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Savoyen, Preußen source: s3 - value: zusätzlich Portugal source: s1 resolution: >- Portugal nennen auch Linda und Marsha Frey; EBSCO lässt es aus. provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: konflikte)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-23' seeAlso: - id: westfaelischer-friede-1648 note: >- Wieder ein Kongress aller Beteiligten, aber mit dem Gleichgewicht als Maßstab statt der Konfession. - id: wiener-kongress-1815 note: Hundert Jahre später ordnen die Mächte Europa erneut auf einem Kongress. --- Am 11. April 1713 wurden in Utrecht die ersten Friedensverträge unterzeichnet, die den Spanischen Erbfolgekrieg beendeten; beteiligt waren Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Savoyen und Preußen,[^s2][^s3] nach der Encyclopedia of the Early Modern World und nach Linda und Marsha Frey auch Portugal.[^s1][^s4] Der Krieg hatte 1701 begonnen, nach dem Tod König Karls II. von Spanien und dem Streit um sein Erbe.[^s3] Die Konferenz war Anfang 1712 zusammengetreten, weitere Verträge folgten bis Februar 1715.[^s2][^s1] Kaiser Karl VI. lehnte ab und kämpfte weiter; mit Frankreich schloss er erst 1714 in Rastatt und Baden Frieden.[^s3][^s2] Das spanische Erbe wurde geteilt.[^s1][^s3] Philipp V. behielt Spanien, musste aber auf den französischen Thron verzichten, und festgeschrieben wurde, dass nie dieselbe Person König beider Reiche werden dürfe.[^s1][^s3] Österreich erhielt die Spanischen Niederlande, Neapel, Sardinien und Mailand, Savoyen bekam Sizilien.[^s3][^s1] Großbritannien gewann von Spanien Gibraltar und Menorca, von Frankreich Neufundland, Neuschottland (Akadien) und das Gebiet um die Hudson Bay.[^s1][^s3] Dazu kam der Asiento: das Recht, dreißig Jahre lang jedes Jahr 4.800 versklavte Afrikaner in die spanischen Kolonien Amerikas zu liefern.[^s3][^s1] Für den Rechtshistoriker Randall Lesaffer liegt die Bedeutung Utrechts für das Völkerrecht darin, dass einige der Verträge das Gleichgewicht der Mächte ausdrücklich in ihren Text aufnahmen.[^s2] Artikel 2 des spanisch-britischen Friedens vom 13. Juli 1713 halte wörtlich fest, dass der Frieden in Europa nur Bestand haben könne, wenn dieses Gleichgewicht gewahrt bleibe.[^s2] Lesaffer sieht darin den Übergang von einer Ordnung, die auf dynastischer Legitimität beruhte, zu einer, die auf Verträgen und Vereinbarung gründete.[^s2] Die Encyclopedia of the Early Modern World urteilt, der Frieden habe das Gleichgewicht der Mächte zu einem gemeinsamen europäischen Ziel gemacht, wenn auch nicht zur Wirklichkeit;[^s1] EBSCO sieht Großbritannien aus ihm als führende Kolonial- und Handelsmacht der Welt hervorgehen.[^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.