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  "id": "angstroem-saettigung-1900",
  "title": "Ångström-Versuch drängt die CO₂-Frage für Jahrzehnte an den Rand",
  "date": "1900-01-01",
  "summary": "1900 misst Knut Ångström, dass weniger Kohlendioxid die Absorption kaum ändert, und schließt daraus, die Wirkung sei gesättigt. Der Schluss war falsch — und drängte die Frage für Jahrzehnte aus der Fachdebatte.",
  "body": "Im Jahr 1900 veröffentlichte der schwedische Physiker Knut Ångström, seit 1896 Professor in Uppsala, das Ergebnis eines Laborversuchs, den sein Assistent J. Koch ausgeführt hatte.[^s2] Gemessen wurde, wie stark Kohlendioxid Wärme­ strahlung schluckt, wenn man seine Menge verringert.[^s2][^s4] Verringerte man sie um ein Drittel, änderte sich die Absorption nach diesen Messungen nicht nennenswert.[^s2][^s4] Ein genaues Datum nennen die Quellen nicht; gesichert ist das Jahr.[^s2]\n\nÅngström schloss daraus, die Wirkung sei gesättigt: In der Luft stecke bereits so viel Kohlendioxid, dass es die fragliche Strahlung vollständig aufnehme, und mehr davon ändere nichts.[^s1] Das war der Gegensatz zu Svante Arrhenius, der vier Jahre zuvor ausgerechnet hatte, wie stark sich die Erde bei doppeltem Gehalt erwärmen müsste.[^s3][^s4] Beide hatten in der Sache recht und in den Zahlen unrecht.[^s2]\n\nDer Einwand wirkte länger als die Rechnung.[^s1] Die Zweifel, die er an Arrhenius' Theorie weckte, drängten die Frage für Jahrzehnte an den Rand der Fachdebatte.[^s1] Wie lange genau, sagen die Quellen verschieden: Ein Rückblick spricht von rund einem halben Jahrhundert,[^s1] ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages setzt die nächsten Untersuchungen schon auf das Jahr 1931.[^s3] Beides lässt sich zusammenbringen.[^s4] In jenem Jahr rechnete der Physiker E. O. Hulburt nach und stützte damit Arrhenius: Eine Verdopplung oder Halbierung des Kohlendioxids ändere die Oberflächentemperatur um rund vier Grad.[^s4] Bemerkt hat die Arbeit kaum jemand — Hulburt forschte am Naval Research Laboratory und veröffentlichte in einer Zeitschrift, die unter Meteorologen wenig gelesen wurde.[^s4] Wie lange Ångströms Einwand stattdessen galt, zeigt das Compendium of Meteorology der American Meteorological Society von 1951: Dort steht er noch als Stand der Dinge.[^s4]\n\nÜbersehen hatte Ångström, dass Kohlendioxid auch Wellenlängen knapp unter und über 15 Mikrometern aufnimmt.[^s1] Dazu kam eine zweite Fehlannahme — Ångström hielt die Absorptionsbereiche von Wasserdampf und Kohlendioxid für deckungsgleich und die Wirkung des Kohlendioxids deshalb für vernachlässigbar.[^s3] Im Rohr galt nicht, was draußen gilt: Der Versuch teilte die Gase in getrennte Schichten, und daraus folgte, drei Meter Kohlendioxid seien genug zur Sättigung.[^s3] Für eine Laborröhre trifft das zu, für die Atmosphäre nicht — sie lässt sich nicht in diskrete Schichten zerlegen.[^s3] Aus heutiger Sicht gilt der Versuch als ungenau ausgeführt — und als historisch bedeutsam für die Theorie des Treibhauseffekts.[^s2]",
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      "title": "Knut Ångström",
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      "title": "Kohlendioxid — Sättigung der Absorptionsbanden (WD 8 - 3000 - 014/20)",
      "publisher": "Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages",
      "url": "https://www.bundestag.de/resource/blob/964612/WD-8-014-20-pdf.pdf",
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      "title": "The Carbon Dioxide Greenhouse Effect (aus: The Discovery of Global Warming, Fassung April 2026)",
      "publisher": "Spencer Weart / American Institute of Physics",
      "url": "https://history.aip.org/climate/pdf/CO2.pdf",
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    "title": "Klimawandel"
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      "title": "Callendar: Ein Dampftechniker führt die Erwärmung auf CO₂ zurück",
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      "title": "Eunice Foote misst, was eine Atmosphäre aus Kohlensäure täte",
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  "creditText": "Footnoted — footnoted.net",
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