--- id: palmyra-zolltarif-137 title: Der Rat von Palmyra schreibt seine Abgaben in Stein date: '0137-01-01' datePrecision: year dateSources: - s2 - s4 summary: >- Im April 137 beschloss der Rat von Palmyra, die Abgaben auf Waren und Dienstleistungen festzulegen und zweisprachig öffentlich aufzuschreiben. Anlass war, dass Kaufleute und Steuereinnehmer darüber immer wieder stritten. Die Inschrift steht heute in der Eremitage. themeId: theme-grenzabgaben verification: verified sources: - key: s1 title: Palmyra Tariff publisher: Wikipedia url: https://en.wikipedia.org/wiki/Palmyra_Tariff accessedAt: '2026-09-26' - key: s2 title: >- The Palmyrene Tax Tariff (John Healey, in: The Oxford Handbook of Palmyra, 2024) publisher: University of Manchester, Research Explorer url: https://research.manchester.ac.uk/en/publications/the-palmyrene-tax-tariff-2/ accessedAt: '2026-09-26' - key: s3 title: >- The Tax Law of Palmyra: Evidence for Economic History in a City of the Roman East (John Matthews, Journal of Roman Studies 74, 1984) publisher: Ostia-Antica.org (Kopie) url: https://www.ostia-antica.org/dict/topics/portorium/images/palmyrene-tariff.pdf accessedAt: '2026-09-26' - key: s4 title: Palmyra (2) publisher: Livius.org url: https://www.livius.org/articles/place/palmyra/palmyra-2/ accessedAt: '2026-09-26' provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: handel)' reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-26' seeAlso: - id: lex-portorii-asiae-62 note: >- Fünfundsiebzig Jahre früher hielt schon eine Inschrift in Ephesos die Zollvorschriften einer ganzen Provinz fest. - id: hoechstpreisedikt-301 note: >- Auch hier setzt eine Obrigkeit Zahlen für einzelne Waren fest — dort den Höchstpreis, hier die Abgabe. - id: diedenhofener-kapitular-805 note: >- Sieben Jahrhunderte später kontrolliert wieder eine Reichsgewalt den Handel an ihrer Grenze. --- Am 18. Xandikos des Jahres 448 der seleukidischen Zählung, also im April 137, fasste der Rat von Palmyra einen Beschluss über die städtischen Abgaben.[^s3][^s2] Bis dahin standen die meisten Abgaben nicht im Steuergesetz, sondern wurden nach Herkommen erhoben, und darüber kam es laut dem Beschluss häufig zu Streit zwischen Kaufleuten und Steuereinnehmern.[^s3] Die Amtsträger sollten die Sätze deshalb festlegen und auf einer Steinsäule gegenüber einem Tempel aufschreiben lassen.[^s3] Der Text ist zweisprachig, auf Griechisch und Aramäisch.[^s1][^s2] Palmyra war einer der Orte, an denen Kaufleute aus dem Partherreich das Römische Reich betreten durften.[^s4] Der Tarif regelt jedoch vor allem örtliche Abgaben und nicht den Karawanenhandel.[^s2][^s3] Er nennt Sätze für die Einfuhr und den Verkauf von Sklaven, für Lasten von Olivenöl und Salzfisch auf Kamelen oder Eseln, für Salz und für Dienstleistungen, darunter die von Prostituierten.[^s3] Erhoben wurden die Abgaben von Pächtern: Der Rat vergab einen Vertrag, und die Amtsträger sollten darauf achten, dass der Pächter nicht mehr verlangte als festgelegt.[^s3] Der Text gliedert sich in ein neues Gesetz, ein altes Gesetz und einen Erlass des römischen Statthalters Mucianus; er verweist auf frühere Entscheidungen römischer Amtsträger wie Germanicus und Corbulo.[^s2][^s4] Semjon Abamelek-Lasarew fand die Inschrift 1881; 1901 schenkte Sultan Abdülhamid II. sie Zar Nikolaus II., seither steht sie in der Eremitage in Sankt Petersburg.[^s1] Sie gilt als längste aramäische Steininschrift, die bisher gefunden wurde, und als längste der palmyrenischen Inschriften.[^s1][^s2] Der Althistoriker John Matthews bezeichnete sie als eines der wichtigsten Einzelzeugnisse für das Wirtschaftsleben eines Teils des Römischen Reiches.[^s1] Ende der Datei: 4 Quellen.