--- id: chrysobull-alexios-venedig-1082 title: 'Chrysobull für Venedig: Zollfreiheit in Byzanz, wohl 1082' date: '1082-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- Für die Hilfe seiner Flotte befreite Kaiser Alexios I. venezianische Kaufleute im Byzantinischen Reich von allen Zöllen. Die Urkunde wird meist auf 1082 datiert, ein Teil der Forschung setzt sie auf 1092. themeId: theme-vorrechte-im-mittelmeer seeAlso: - id: artlenburger-privileg-1161 note: >- Achtzig Jahre später erhalten gotländische Kaufleute im Norden ebenfalls Zollfreiheit. - id: seidenraupen-byzanz-550 note: Ein früherer Eintrag zum Handel des Byzantinischen Reiches. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Byzantine trade privileges to Venice in the eleventh century: the chrysobull of 1092 (Abstract) publisher: Oxford University Research Archive url: https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:cf812b42-c3c7-479c-9574-3ea0e72a501f accessedAt: '2026-10-13' - key: s2 title: >- History of the Byzantine Empire: Alexius I, external relations (A. A. Vasiliev) publisher: Elpenor (ellopos.net) url: https://www.ellopos.net/elpenor/vasilief/alexius-i-external-relations.asp?pg=3 accessedAt: '2026-10-13' - key: s3 title: 'Political and economic relations between Venice, Byzantium and Southern Italy (1081-1197)' publisher: 'University of Leeds (Daniele Morossi, Dissertation, 2018)' url: https://etheses.whiterose.ac.uk/23526/1/Tesi.pdf accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: >- The chrysobull of Alexius I Comnenus to the Venetians: the date and the debate (Thomas F. Madden, Abstract) publisher: Journal of Medieval History, Taylor & Francis url: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1016/S0304-4181(01)00020-3 accessedAt: '2026-10-15' disputed: - claim: Jahr des Chrysobulls positions: - value: Mai 1082 source: s2 - value: '1092' source: s1 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: handel)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-13' --- Für die Hilfe seiner Flotte gewährte der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos Venedig umfangreiche Handelsvorrechte.[^s2][^s3] Seine mit goldenem Siegel bestätigte Urkunde, ein Chrysobull, erlaubte venezianischen Kaufleuten, im ganzen Reich zu kaufen und zu verkaufen, und befreite sie von Zöllen, Hafen- und anderen Handelsabgaben.[^s2][^s3] Byzantinische Zollbeamte durften ihre Waren nicht prüfen.[^s2] In Konstantinopel erhielten die Venezianer ein großes Viertel mit Läden und Lagern und drei Anlegestellen.[^s2] Die Urkunde zählt die Handelsplätze des Reiches auf, die Venedig offenstanden, in Kleinasien, auf dem Balkan, in Griechenland und auf den Inseln der Ägäis.[^s2] Für die Einordnung der Vorrechte ist entscheidend, wann sie gewährt wurden.[^s1] A. A. Vasiliev datiert das Chrysobull auf Mai 1082.[^s2] Auch neuere Arbeiten hielten die herkömmliche Datierung auf 1082 für wahrscheinlich richtig; sie stellt die Urkunde in den Zusammenhang der normannischen Angriffe auf Epirus von 1081 bis 1085.[^s1] Ein Aufsatz im Repositorium der Universität Oxford setzt die Vorrechte dagegen auf 1092.[^s1] Das sei das Datum, das beide vollständig erhaltenen lateinischen Übersetzungen des Chrysobulls tragen.[^s1] Der Aufsatz stützt sich auf literarische, paläographische, numismatische und geschichtliche Gründe.[^s1] Die spätere Datierung hätte auch Folgen für den Blick auf die byzantinische Vorgeschichte des Ersten Kreuzzugs.[^s1] In der Forschung werden 1082, 1084 und 1092 vertreten; die meisten neueren Arbeiten nennen 1082.[^s3][^s4] Mit dem Chrysobull wurde nach Vasiliev der Grund für die Kolonialmacht Venedigs im Osten gelegt.[^s2] Dieselben Vorrechte wurden später unter veränderten Umständen zu einer der Ursachen für die politischen Konflikte zwischen Byzanz und Venedig.[^s2] Ende der Datei: 4 Quellen.