--- id: ming-baochao-1375 title: Die Ming-Dynastie gibt um 1375 das baochao aus, ein Papiergeld ohne Einlösung date: '1375-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- Unter dem Hongwu-Kaiser gab der Ming-Staat ab 1375 Scheine aus, die sich nicht in Metall einlösen ließen. Sie verloren rasch an Wert; im 15. Jahrhundert trat ungemünztes Silber an ihre Stelle. themeId: theme-papiergeld seeAlso: - id: yuan-zhongtong-chao-1260 note: >- Das Papiergeld der Vorgängerdynastie war anfangs an Silber gebunden, das der Ming nie. - id: potosi-cerro-rico-1545 note: >- Das Silber, das in China an die Stelle des Papiergelds trat, kam zu einem Teil später aus den Anden. verification: verified sources: - key: s1 title: Paper currency, one guan note (Ming era, circa 1375 CE) publisher: University of Washington, Silk Road Seattle url: https://depts.washington.edu/silkroad/exhibit/ming/k137589.html accessedAt: '2026-10-04' - key: s2 title: Arbitrage, China, and World Trade in the Early Modern Period (Kapitel) publisher: Universiteit van Amsterdam url: https://pure.uva.nl/ws/files/3372227/4439_UBA003000263_006.pdf accessedAt: '2026-10-04' - key: s3 title: The Rise and Demise of Paper Money in Imperial China, 1000–1500 publisher: Hoover Institution url: https://www.hoover.org/sites/default/files/2025-02/The%20Rise%20and%20Demise%20of%20Paper%20Money%20in%20Imperial%20China.pdf accessedAt: '2026-10-04' - key: s4 title: Re-examining the social impact of silver monetization in the Ming Dynasty publisher: arXiv url: https://arxiv.org/pdf/2412.10478 accessedAt: '2026-10-04' - key: s5 title: Emperor Zhu Yuanzhang Orders the Printing of a One Kuan Note publisher: HistoryofInformation.com (Jeremy Norman) url: https://www.historyofinformation.com/detail.php?id=5604 accessedAt: '2026-10-04' - key: s6 title: >- The changing significance of Latin American silver in the Chinese economy, 16th–19th centuries (Richard von Glahn) publisher: Cambridge University Press, Revista de Historia Económica url: https://www.cambridge.org/core/journals/revista-de-historia-economica-journal-of-iberian-and-latin-american-economic-history/article/changing-significance-of-latin-american-silver-in-the-chinese-economy-16th19th-centuries/D3045EA55D654DCDCDCB3874E481A0B4 accessedAt: '2026-10-05' - key: s7 title: Ming banknote (Text des British Museum) publisher: Smarthistory url: https://smarthistory.org/?p=56036 accessedAt: '2026-10-12' disputed: - claim: Ende des Ming-Papiergelds als Zahlungsmittel positions: - value: frühes 15. Jahrhundert source: s3 - value: Mitte des 15. Jahrhunderts source: s2 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Geld, Lücke 1024–1637)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-04' --- Zwischen 1375 und 1398 ließ der Hongwu-Kaiser, der Gründer der Ming-Dynastie, einen Schein im Wert von einem guan drucken.[^s5] Ein Exemplar aus dem British Museum, das die University of Washington zeigt, ist um 1375 datiert, auf Maulbeerpapier gedruckt und 34,1 mal 22,2 Zentimeter groß.[^s1] Die Aufschrift lautet Da ming tong xing bao chao, „Umlaufender Schatzschein der Großen Ming“, und der Wert ist mit einem guan angegeben, einer Schnur von 1000 Münzen.[^s1][^s7] Jeremy Norman, der selbst ein solches Stück besitzt, nennt es das größte je gedruckte Papiergeld.[^s5] Als Grund für die Rückkehr zum Papiergeld nennt die University of Washington einen Mangel an Bronze.[^s1] Nach der Hoover Institution versuchten auch die Ming zunächst, ein Papiergeld ohne Metalldeckung einzuführen.[^s3] Der Staat wollte den Wert der Scheine an Münzen binden, doch das blieb nach dem Amsterdamer Kapitel vergeblich, weil sie nicht einlösbar waren.[^s2] Für das baochao gab es nach einer Studie auf arXiv weder eine feste Obergrenze der Ausgabe noch eine klare Reserve.[^s4] Im 23. Regierungsjahr des Hongwu-Kaisers, 1391, war der Nennwert nach dieser Studie auf ein Viertel des vorgesehenen Werts gefallen.[^s4] Ein Schein, der 1375 einen Nennwert von einem liang Silber hatte, war nach dem Amsterdamer Kapitel bis 1445 weniger als ein Tausendstel liang wert, also weniger als eine Kupfermünze.[^s2] 1428 wurde die Ausgabe neuer Scheine eingestellt.[^s4] Nach Richard von Glahn war das Papiergeld der Ming im frühen fünfzehnten Jahrhundert weitgehend außer Gebrauch, und ungemünztes Silber trat an seine Stelle.[^s3] An anderer Stelle setzt er das Ende auf 1425.[^s6] Das Amsterdamer Kapitel setzt den Zusammenbruch später an, um die Mitte des Jahrhunderts, und nennt Silberimporte als Ersatz.[^s2] Papiergeld wurde in China nach der University of Washington erst in den 1850er Jahren wieder verwendet.[^s1] Ende der Datei: 7 Quellen.