--- id: digicash-erste-zahlung-1994 title: DigiCash verschickt die erste elektronische Barzahlung date: '1994-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s3 summary: >- Am 27. Mai 1994 ging bei DigiCash in Amsterdam die erste Zahlung mit elektronischem Bargeld über das Netz. Das Verfahren dahinter machte Zahlungen für die Bank unlesbar — und brauchte trotzdem eine Bank. themeId: theme-digitales-bargeld verification: verified sources: - key: s1 title: eCash — Zeitleiste von DigiCash publisher: David Chaum url: https://chaum.com/ecash/ accessedAt: '2026-09-20' - key: s2 title: Ecash publisher: Wikipedia url: https://en.wikipedia.org/wiki/Ecash accessedAt: '2026-09-20' - key: s3 title: David Chaum publisher: Wikipedia url: https://en.wikipedia.org/wiki/David_Chaum accessedAt: '2026-09-20' - key: s4 title: >- Electronic Commerce: Konzepte, Standards und Entwicklung von interaktiven Transaktionsformen im Internet (Bericht 82-97) publisher: Universität Konstanz, Informationswissenschaft url: https://www.semar.de/ws/publikationen/1997_Electronic_Commerce_Semar_Goerke.pdf accessedAt: '2026-09-21' - key: s5 title: The story of Digicash and its eCash publisher: Europäische Kommission url: https://ec.europa.eu/newsroom/cef/items/658303 accessedAt: '2026-09-21' - key: s6 title: >- Crossref-Datensatz zu 10.1007/978-1-4757-0602-4_18 — Blind Signatures for Untraceable Payments publisher: Crossref url: https://api.crossref.org/works/10.1007/978-1-4757-0602-4_18 accessedAt: '2026-09-22' - key: s7 title: >- Blind Signatures for Untraceable Payments — bibliografischer Datensatz publisher: Semantic Scholar (Allen Institute for AI) url: >- https://api.semanticscholar.org/graph/v1/paper/DOI:10.1007/978-1-4757-0602-4_18?fields=title,year,venue,publicationVenue,externalIds,publicationDate,journal accessedAt: '2026-09-22' disputed: - claim: Erscheinungsjahr des Aufsatzes über blinde Signaturen positions: - value: '1982' source: s1 - value: '1983' source: s3 resolution: >- Beides trifft zu: Vorgetragen wurde die Arbeit 1982 auf der Tagung CRYPTO, erschienen ist sie 1983 im Tagungsband. Crossref nennt zur DOI published-print 1983, Semantic Scholar für dieselbe Arbeit das Konferenzjahr 1982. - claim: Gründungsjahr von DigiCash positions: - value: '1989' source: s2 - value: '1990' source: s3 resolution: >- Weitgehend aufgelöst zugunsten von 1990: Die Europäische Kommission (s5) nennt dasselbe Jahr wie s3. Die Angabe 1989 steht allein im Wikipedia-Artikel über ecash — dieselbe Enzyklopädie widerspricht sich also selbst. Warum, erklärt keine der gefundenen Fundstellen. provenance: origin: recherche reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-20' seeAlso: - id: hashcash-1997 note: >- Drei Jahre später derselbe Gedanke ohne Bank: Knappheit aus Rechenzeit statt aus einer beglaubigenden Stelle. - id: bitcoin-whitepaper-2008 note: >- Was hier an der Insolvenz einer Firma hing, sollte dort an keiner Firma mehr hängen. --- Am 27. Mai 1994 verschickte das Amsterdamer Unternehmen DigiCash nach eigener Darstellung die erste elektronische Barzahlung der Welt; im Oktober desselben Jahres begann ein Versuchsbetrieb mit einer Spielwährung.[^s1] Gegründet hatte die Firma der Kryptograf David Chaum, um die Ideen aus seiner Forschung zu verwerten.[^s3] Die Technik dahinter hatte er über zehn Jahre zuvor in einem Aufsatz über die blinde Signatur beschrieben — ein Verfahren, mit dem eine Bank einen Betrag beglaubigen kann, ohne zu sehen, was sie beglaubigt.[^s1][^s3] Bei ecash war die Verbindung zwischen Abhebung und Ausgabe für die Bank nicht herstellbar.[^s2] Ein Bericht der Universität Konstanz von 1997 beschreibt den Grund: Der Rechner des Kunden erzeugte die Seriennummern der Münzen selbst und ließ sie von der Bank beglaubigen — weil die Bank die Nummern nicht kannte, konnte sie später nicht feststellen, wofür das Geld ausgegeben wurde.[^s4] In den Jahren 1995 bis 1998 gaben mehrere Institute ecash aus, darunter die Mark Twain Bank in St. Louis, die Deutsche Bank, die Bank Austria und Den norske Bank.[^s1] Die Deutsche Bank begann Ende 1996 mit einer sechsmonatigen Erprobung; aus dem Depotkonto ließen sich höchstens 400 Mark auf die Geldbörse des Rechners laden.[^s4] Der Versuch in den Vereinigten Staaten blieb klein.[^s2] Nach drei Jahren hatte die Mark Twain Bank rund 5.000 Kunden gewonnen, dann wurde der Betrieb eingestellt; im selben Jahr meldete DigiCash Insolvenz an.[^s2][^s5] Der elektronische Handel wuchs weiter, aber mit der Kreditkarte als Zahlungsmittel.[^s2] 1999 verkaufte Chaum das Unternehmen und beendete seine Beteiligung.[^s3] Die Angaben zu den Eckdaten gehen auseinander.[^s1][^s2][^s3] Chaums eigene Darstellung setzt den Aufsatz über blinde Signaturen auf 1982, die Wikipedia nennt für dieselbe Arbeit 1983.[^s1][^s3] Beides ist richtig: Vorgetragen wurde die Arbeit 1982 auf der Tagung CRYPTO, erschienen ist sie 1983 im Tagungsband "Advances in Cryptology" auf den Seiten 199 bis 203.[^s6][^s7] Auch das Gründungsjahr von DigiCash stand in zwei Fassungen da: einmal 1989, einmal 1990.[^s2][^s3] Die Europäische Kommission nennt in einem Rückblick ebenfalls 1990, womit die abweichende Angabe allein in einem der beiden Wikipedia-Artikel steht.[^s5] Ende der Datei: 7 Quellen.