--- id: schachtuerke-kempelen-1770 title: >- Wolfgang von Kempelen führt am Wiener Hof einen Schach spielenden Automaten vor date: '1770-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 - s3 summary: >- 1770 stellte Wolfgang von Kempelen in Wien einen Automaten vor, der scheinbar selbst Schach spielte. Im Kasten darunter saß ein Mensch; wann das öffentlich wurde, stellen die Quellen verschieden dar. themeId: theme-automat-als-schaustueck verification: verified sources: - key: s1 title: 'The Mechanical Turk: AI Marvel or Parlor Trick?' publisher: Encyclopaedia Britannica url: https://www.britannica.com/story/the-mechanical-turk-ai-marvel-or-parlor-trick accessedAt: '2026-09-29' - key: s2 title: 250 Jahre Schachtürke publisher: Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF-Blog) url: https://blog.hnf.de/250-jahre-schachtuerken/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s3 title: Scientist of the Day – Wolfgang von Kempelen publisher: Linda Hall Library url: https://www.lindahall.org/about/news/scientist-of-the-day/wolfgang-von-kempelen/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s4 title: Heinz-Nixdorf-Museums-Forum rekonstruiert den "Schachtürken" publisher: heise online url: https://www.heise.de/news/Heinz-Nixdorf-Museums-Forum-rekonstruiert-den-Schachtuerken-94345.html accessedAt: '2026-09-29' - key: s5 title: The Great Chess Automaton (1770) publisher: Museum of Hoaxes url: https://hoaxes.org/archive/permalink/the_great_chess_automaton accessedAt: '2026-09-29' - key: s6 title: Mechanical Turk publisher: Wikipedia url: https://en.wikipedia.org/wiki/Mechanical_Turk accessedAt: '2026-09-29' - key: s7 title: 'Edgar Allan Poe and Baron von Kempelen’s Chess-Playing Automaton (H. R. Evans, 1939)' publisher: 'Edgar Allan Poe Society of Baltimore' url: https://www.eapoe.org/papers/misc1921/hre39txt.htm accessedAt: '2026-10-07' disputed: - claim: Ort des Brandes 1854 in Philadelphia positions: - value: Chinesisches Museum source: s4 - value: Peale’s Museum source: s3 resolution: >- Beide meinen dasselbe Haus: Das Chinesische Museum war das Gebäude von Peale’s Philadelphia Museum an der Ninth und George (heute Sansom) Street; das Feuer vom 5. Juli 1854 griff vom National Theatre darauf über. - claim: Wann das Geheimnis öffentlich wurde positions: - value: >- 6. Februar 1837, Artikel im Philadelphia National Gazette Literary Register source: s5 - value: erst nach dem Brand, 1857 durch George Allen source: s2 - value: '1834, durch den früheren Spieler Mouret im Magasin pittoresque' source: s7 provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: games)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-29' seeAlso: - id: el-ajedrecista-1912 note: >- Torres Quevedo grenzte seinen Automaten ausdrücklich von Kempelens ab: Er spielte ein Endspiel wirklich selbst. - area: ai id: deep-blue-1997 note: >- Britannica zieht die Linie vom Türken über Babbage bis zu diesem Schachrechner. --- 1769 sah der Staatsbeamte Wolfgang von Kempelen am Wiener Hof einen Zauberer aus Frankreich Kunststücke mit Magneten vorführen.[^s2][^s1] Danach versicherte er Kaiserin Maria Theresia, er hätte es besser gekonnt, und sie gab ihm sechs Monate Zeit, das mit einer eigenen Vorführung zu beweisen.[^s1] 1770 stellte er einen Automaten vor, der Schach spielte: eine lebensgroße Figur in türkischer Tracht, die hinter einem Kasten mit einem Schachbrett darauf saß.[^s2][^s3] Vor jeder Vorführung öffnete Kempelen die drei Türen des Kastens und zeigte Stangen und Zahnräder, die als das Gehirn der Maschine galten.[^s3] Tatsächlich saß im Kasten ein Schachspieler, der die Partie auf einem kleinen Brett verfolgte und die Figur über Hebel bewegte.[^s1] In den 1780er-Jahren ging Kempelen mit dem Automaten auf Tournee; in Paris spielte Benjamin Franklin gegen ihn.[^s1][^s2] Nach Kempelens Tod 1804 ging der Automat an Johann Nepomuk Mälzel, der ihn weiter vorführte.[^s2][^s1] Nach Angaben des HNF gewann der Türke 1809 eine Partie gegen Napoleon.[^s2] Charles Babbage sah den Automaten 1819 spielen, durchschaute den Trick und dachte danach darüber nach, wie eine Maschine tatsächlich Schach spielen könnte.[^s1] 1826 brachte Mälzel ihn in die Vereinigten Staaten.[^s3][^s5] 1854 verbrannte der Automat in Philadelphia.[^s2][^s3] Das HNF und heise nennen als Ort das Chinesische Museum, die Linda Hall Library Peale’s Museum; gemeint ist dasselbe Gebäude an der Ninth Street, auf das ein Feuer vom National Theatre übergriff.[^s2][^s4][^s3][^s6] Die Linda Hall Library nennt als Tag den 5. Juli.[^s3][^s6] Nach dem Museum of Hoaxes enthüllte ein Artikel im Philadelphia National Gazette Literary Register das Geheimnis am 6. Februar 1837.[^s5] Das HNF schreibt dagegen, öffentlich sei es erst nach dem Brand geworden, mit einem Aufsatz des Philologen George Allen.[^s2] Nach H. R. Evans (1939) hatte schon 1834 der französische Schachspieler Mouret, der für den Aussteller gespielt hatte, bekannt gemacht, dass ein verborgener Spieler den Automaten lenkte.[^s7] 1857 erschien in The Chess Monthly zudem ein Bericht aus der Familie des letzten Besitzers, der das Geheimnis ausdrücklich preisgab.[^s6] Ende der Datei: 7 Quellen.