--- id: nimatron-1940 title: Auf der Weltausstellung spielt eine Relaismaschine Nim gegen das Publikum date: '1940-04-26' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 summary: >- 1940 stellte Westinghouse auf der New Yorker Weltausstellung den Nimatron aus, eine Relaismaschine des Physikers Edward Condon, die gegen Besucher Nim spielte. Zu sehen war er von April bis Oktober. Wie viele Partien er spielte, wird verschieden angegeben. themeId: theme-spiel-als-nebenprodukt verification: verified sources: - key: s1 title: US2215544A – Machine to Play Game of Nim publisher: Google Patents (US-Patent 2,215,544) url: https://patents.google.com/patent/US2215544A/en accessedAt: '2026-09-23' - key: s2 title: 'NIMATRON: An Early Electromechanical Machine to Play the Game of Nim' publisher: HistoryofInformation.com (Jeremy Norman) url: https://www.historyofinformation.com/detail.php?entryid=4472 accessedAt: '2026-09-23' - key: s3 title: Nimatron publisher: Wikipedia (englisch) url: https://en.wikipedia.org/wiki/Nimatron accessedAt: '2026-09-23' - key: s4 title: '1940: Nimatron' publisher: Playback (Daniel Saner) url: https://pbgames.wordpress.com/2012/07/08/1940-nimatron/ accessedAt: '2026-09-23' - key: s5 title: The Nimatron publisher: goodeveca.net url: https://www.goodeveca.net/nimrod/nimatron.html accessedAt: '2026-09-23' disputed: - claim: Zahl der auf der Weltausstellung gespielten Partien positions: - value: mehr als 100.000, davon rund 90.000 von der Maschine gewonnen source: s3 - value: etwa 50.000 Spieler (Condons spätere Erinnerung) source: s4 resolution: >- Die Angaben zählen Verschiedenes: s3 nennt Partien, s4 Spieler („about 50,000 people might have played“). Beide gehen auf Condon zurück und können zugleich stimmen. provenance: origin: recherche reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-23' seeAlso: - id: crt-amusement-device-1947 note: >- Sieben Jahre später das nächste patentierte Spielgerät — diesmal mit Bildschirm statt Glühlampen. - id: tennis-for-two-1958 note: >- Wieder ein Forschungsbetrieb, der seinem Publikum ein Spiel zum Anfassen hinstellt. - area: ai id: deep-blue-1997 note: >- Eine Maschine, die gegen Menschen spielt — 57 Jahre später beim Schach und gegen den Weltmeister. styleChecked: - pattern: genitiv-vergleichsbereich match: größten Fehlschlag seiner Laufbahn reason: >- Besitzgenitiv, kein Vergleichsbereich: Die Laufbahn gehört Condon, und der Fehlschlag ist einer in ihr. Eine Präposition („in seiner Laufbahn“) würde nichts klären. checkedAt: '2026-09-29' --- Auf der New Yorker Weltausstellung zeigte Westinghouse Electric von April bis Oktober 1940 eine Maschine, die gegen Besucher das Spiel Nim spielte.[^s3][^s2] Den Einfall hatte der Kernphysiker Edward Condon, damals stellvertretender Forschungsdirektor bei Westinghouse in Pittsburgh.[^s2][^s3] Gebaut wurde sie mit Gerald L. Tawney und Willard A. Derr; alle drei stehen als Erfinder auf dem Patent „Machine to Play Game of Nim“, angemeldet am 26. April 1940 und erteilt am 24. September 1940.[^s1][^s3] Die Weltausstellung hatte schon 1939 eröffnet, die Maschine entstand erst im Frühjahr 1940.[^s5] Nim spielen zwei Personen, die abwechselnd Elemente aus mehreren Reihen nehmen; die Patentschrift beschreibt, dass sich eine Gewinnstrategie aus der Zerlegung der Reihenlängen in Zweierpotenzen ergibt.[^s1] Condon erkannte, dass sich dieselben Zählschaltungen, mit denen Geigerzähler Impulse zählen, für den Spielstand verwenden ließen.[^s3] Die Logik bestand aus elektromechanischen Relais, angezeigt wurde der Stand auf vier Reihen zu je sieben Glühlampen, und das Gerät wog mehr als eine Tonne.[^s3] Damit sich Spieler nicht vorgeführt fühlten, wartete die Maschine vor jedem Zug einen Moment.[^s4] Wie oft gespielt wurde, geben die Quellen unterschiedlich an: Nach dem Wikipedia-Artikel, der sich auf Condons Aufsatz von 1942 stützt, wurde die Maschine mehr als 100.000-mal gespielt und gewann rund 90.000 Partien; nach Condons späterer Erinnerung könnten etwa 50.000 Menschen gespielt haben.[^s3][^s4] Beide berichten, dass nur wenige Besucher gewannen; nach einer Darstellung führten die meisten Niederlagen der Maschine die Betreuer herbei, um zu zeigen, dass sie schlagbar war.[^s3][^s4] Nach der Ausstellung kam das Gerät in das Buhl-Planetarium in Pittsburgh.[^s3][^s4] Condon soll es rückblickend als größten Fehlschlag seiner Laufbahn bezeichnet haben, dass er das Rechenprinzip dahinter nicht weiterverfolgte.[^s4] Ende der Datei: 5 Quellen.