--- id: magnavox-odyssey-1972 title: Die Magnavox Odyssey bringt das Spiel ins Wohnzimmer date: '1972-01-01' summary: >- 1972 kam die erste Heimspielkonsole in den Handel. Sie hatte keinen Prozessor und keinen Ton; farbige Folien am Fernsehschirm mussten ersetzen, was das Gerät nicht darstellen konnte. themeId: theme-das-spiel-wird-ware verification: verified sources: - key: s1 title: Magnavox Odyssey publisher: National Videogame Museum url: https://thenvm.org/objects/magnavox-odyssey/ accessedAt: '2026-09-17' - key: s2 title: NIHF Inductee Ralph H. Baer, Who Invented Video Games publisher: National Inventors Hall of Fame url: https://www.invent.org/inductees/ralph-h-baer accessedAt: '2026-09-17' - key: s3 title: Magnavox Odyssey, videogames console publisher: Victoria and Albert Museum url: https://collections.vam.ac.uk/item/O1580096/magnavox-odyssey-videogames-console-baer-ralph-h/ accessedAt: '2026-09-17' - key: s4 title: Remembering Ralph Baer, the Father of Video Games publisher: IEEE Spectrum url: https://spectrum.ieee.org/remembering-ralph-baer-the-father-of-video-games accessedAt: '2026-10-02' - key: s5 title: >- Video Game Odyssey publisher: MIT Technology Review url: https://www.technologyreview.com/2002/03/01/235211/video-game-odyssey/ accessedAt: '2026-10-07' - key: s6 title: >- Inside the Magnavox Odyssey, the First Video Game Console publisher: >- PCWorld url: https://www.pcworld.com/article/464739/inside_the_magnavox_odyssey_the_first_video_game_console.html accessedAt: '2026-10-09' - key: s7 title: >- Magnavox Odyssey (The Strong National Museum of Play) publisher: >- Google Arts & Culture / The Strong National Museum of Play url: https://artsandculture.google.com/asset/magnavox-odyssey-magnavox-company/ZwHELhxheuIPxA accessedAt: '2026-10-09' datePrecision: year dateSources: - s1 - s3 disputed: - claim: Verkaufte Geräte im ersten Jahr positions: - value: rund 69.000 source: s3 - value: '130.000' source: s4 - value: etwa 100.000 source: s5 - value: >- etwas über 100.000 source: s7 - claim: Spiele im Lieferumfang positions: - value: sechs Karten für zehn Spiele source: s1 - value: zwölf Spiele source: s3 resolution: >- Die Zählung des National Videogame Museum beschreibt die britische Ausgabe von 1973; für die US-Ausgabe nennen das V&A und PCWorld zwölf Spiele. provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-17' seeAlso: - id: pong-1972 note: Im selben Jahr, im selben Genre — und daraus wurde ein Jahrzehnt Prozesse. - id: tennis-for-two-1958 note: Vierzehn Jahre früher dieselbe Spielidee, aber ohne Patentanmeldung. --- 1972 kam in den Vereinigten Staaten die Magnavox Odyssey in den Handel, die erste Spielkonsole für den Anschluss an den heimischen Fernseher.[^s1][^s3] Entworfen hatte die Technik ein kleines Team um Ralph H. Baer beim Rüstungszulieferer Sanders Associates, der die Idee 1966 gefasst und den Entwurf dort ausgearbeitet hatte.[^s1][^s2][^s3] Sanders lizenzierte die Technik an Magnavox, das das Gerät 1972 auf den Markt brachte.[^s2] Baers Patent trägt die Nummer 3.728.480.[^s2] Zum Marktstart kostete das Gerät 100 Dollar.[^s3] Technisch war die Konsole eingeschränkt.[^s3] Sie zeigte zwei von den Spielern gesteuerte Punkte, einen vom Gerät gesteuerten Punkt und eine Linie veränderlicher Höhe — Ton gab sie nicht aus.[^s3] Was auf dem Schirm als Spielfeld erscheinen sollte, lieferten durchsichtige Kunststofffolien, die sich durch statische Aufladung an der Bildröhre hielten.[^s1][^s3] Die Spiele steckten nicht in Software, sondern in Steckkarten, die Schaltungen im Gerät verbanden; mitgeliefert wurden sechs Karten für zwölf Spiele.[^s3][^s6] Die britische Ausgabe von 1973 enthielt nach dem National Videogame Museum sechs Karten für zehn Spiele.[^s1] Für das erste Jahr nennt das V&A rund 69.000 verkaufte Geräte, IEEE Spectrum 130.000, die MIT Technology Review etwa 100.000; insgesamt waren es etwa 350.000.[^s3][^s4][^s5] The Strong National Museum of Play schreibt, die Verkäufe hätten im ersten Jahr nur knapp über 100.000 gelegen.[^s7] Baer erhielt 2004 die National Medal of Technology und wurde 2010 in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen; 1978 entwarf er außerdem das Gedächtnisspiel Simon.[^s2] Wirtschaftlich bedeutsamer als die Konsole selbst wurde jedoch das Patent, das ihr zugrunde lag.[^s5] Ende der Datei: 7 Quellen.