--- id: lex-frumentaria-gracchus-123-v-chr title: 'Lex frumentaria: Rom verkauft Bürgern Getreide zum festen Preis' date: -0122-01-01 datePrecision: decade dateSources: - s1 - s2 summary: >- Gaius Gracchus setzte in Rom das erste Getreidegesetz durch: Bürger konnten monatlich Weizen zu einem festen Preis vom Staat kaufen. Spätere Gesetze machten die Abgabe unentgeltlich; Caesar und Augustus begrenzten die Zahl der Empfänger. themeId: theme-getreide-fuer-die-buerger seeAlso: - id: assize-of-bread-and-ale-1266 note: Auch dort setzt die Obrigkeit den Brotpreis fest, gebunden an den Getreidepreis. - area: handel id: hoechstpreisedikt-301 note: >- Gut vierhundert Jahre später setzte der römische Staat Höchstpreise für rund 1400 Waren und Dienstleistungen fest. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Frumentariae Leges (Harper's Dictionary of Classical Literature and Antiquities, 1898) publisher: Perseus Digital Library, Tufts University url: https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0062%3Aid%3Dfrumentariae-leges-harpers accessedAt: '2026-10-04' - key: s2 title: >- Peter Garnsey, Dominic Rathbone: The Background to the Grain Law of Gaius Gracchus (Journal of Roman Studies 75, 1985) publisher: Cambridge University Press (frei lesbarer Auszug) url: https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-roman-studies/article/abs/background-to-the-grain-law-of-gaius-gracchus/2EE57E014B5BA33F8462DEEA98962EB5 accessedAt: '2026-10-10' - key: s3 title: Appian, Civil Wars, Buch 1 (engl. Übers. Horace White) publisher: LacusCurtius, University of Chicago url: https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Appian/Civil_Wars/1*.html accessedAt: '2026-10-04' - key: s4 title: 'Livy, Periochae 56-60' publisher: Livius.org (Jona Lendering) url: https://www.livius.org/sources/content/livy/livy-periochae-56-60 accessedAt: '2026-10-07' - key: s5 title: Plutarch, Life of Caius Gracchus 5 (Übersetzung Bernadotte Perrin, Loeb 1921) publisher: Lexundria url: https://lexundria.com/plut_cg/5/prr accessedAt: '2026-10-10' - key: s6 title: Suetonius, Divus Iulius 41 (Übersetzung J. C. Rolfe, Loeb) publisher: LacusCurtius, University of Chicago url: https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Julius*.html accessedAt: '2026-10-15' - key: s7 title: Cassius Dio, Römische Geschichte 55,10 (Übersetzung E. Cary, Loeb) publisher: LacusCurtius, University of Chicago url: https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Cassius_Dio/55*.html accessedAt: '2026-10-15' disputed: - claim: Jahr des Getreidegesetzes positions: - value: 123 v. Chr. source: s1 - value: erstes Tribunat, 123–122 v. Chr. source: s2 - value: 123 v. Chr. (zu Periocha 60,7) source: s4 resolution: >- 123 v. Chr. nennt auch Livius.org zur Periocha 60,7 (s4). Rathbones 123–122 v. Chr. gibt die Amtszeit des ersten Tribunats an, nicht das Jahr des Gesetzes. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: ernaehrung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-04' --- Der Volkstribun Gaius Sempronius Gracchus setzte in Rom ein Gesetz durch, nach dem der Staat regelmäßig Getreide zu einem festen Preis an die Bürger der Stadt verkaufte.[^s2] Es war die erste lex frumentaria; jeder Bürger konnte danach monatlich eine bestimmte Menge Weizen für 6 1/3 As je Modius beziehen.[^s1] Appian beschreibt den Vorschlag als monatliche Verteilung von Getreide an jeden Bürger auf Staatskosten.[^s3] Plutarch schreibt, das Gesetz habe den Marktpreis für die Armen gesenkt.[^s5] Vermutlich mit demselben Gesetz ließ Gracchus staatliche Getreidespeicher bauen.[^s2] Getreide war schon vorher gelegentlich an das Volk abgegeben worden, aber nur von Fall zu Fall; eine gesetzliche Regelung gab es erst 123 v. Chr.[^s1] Der Preis lag nur wenig über der Hälfte des Marktpreises.[^s1] Bedürftigkeit war keine Voraussetzung; Anspruch hatte jeder Bürger, ob arm oder reich.[^s1] 73 v. Chr. legte die Lex Terentia Cassia fest, dass jeder Bürger monatlich 5 Modii zum selben Preis erhielt.[^s1] 58 v. Chr. machte der Volkstribun Clodius die Abgabe unentgeltlich; nach Harper's, das sich dabei auf Cicero stützt, kostete das den Staat ein Fünftel seiner Einnahmen.[^s1] Caesar ließ eine genaue Liste der Empfänger anlegen und schloss aus, wer das römische Bürgerrecht nicht nachweisen konnte;[^s1] ihre Zahl sank damit von 320.000 auf 150.000.[^s1][^s6] Im Jahr 2 v. Chr. setzte Augustus sie auf 200.000 fest.[^s1][^s7] Die Überlieferung ist dünn: Keine Quelle zu dem Gesetz ist zeitgenössisch, und die späteren Autoren nennen nur wenige Einzelheiten.[^s2] Den Verkaufspreis nennen der Epitomator des Livius und ein Scholiast zu Ciceros Rede für Sestius.[^s2] Harper's setzt das Gesetz in das Jahr 123 v. Chr.[^s1] Garnsey und Rathbone ordnen es dem ersten Tribunat des Gracchus in den Jahren 123 und 122 v. Chr. zu.[^s2] Auch Livius.org setzt das Getreidegesetz zur Periocha 60,7 in das Jahr 123 v. Chr.[^s4] Ende der Datei: 7 Quellen.