--- id: kapitular-frankfurt-hoechstpreise-794 title: >- Im Juni 794 legt die Synode von Frankfurt fest, was Getreide und Brot kosten dürfen date: '0794-06-01' datePrecision: month dateSources: - s2 - s3 summary: >- Im Juni 794 legte Karl der Große auf der Synode von Frankfurt fest, was Getreide und Brot im Frankenreich höchstens kosten durften. Die Forschung verbindet das mit einer Hungersnot nach Missernten und mit einer neuen Münze. themeId: theme-preise-in-der-teuerung seeAlso: - id: assize-of-bread-and-ale-1266 note: >- Auch das englische Statut bindet Brot an den Getreidepreis, dort über Gewicht und Preis des Laibs. - id: lex-frumentaria-gracchus-123-v-chr note: Schon in Rom setzte der Staat einen Preis je Modius Getreide fest. - area: handel id: hoechstpreisedikt-301 note: >- Diokletians Edikt schreibt ebenfalls Höchstpreise vor, für Waren und Dienstleistungen im ganzen Reich. - area: handel id: diedenhofener-kapitular-805 note: >- Ein späteres Kapitular Karls regelt den Handel, dort den Ort statt des Preises. verification: verified sources: - key: s1 title: 'Capitulary of Frankfort: The Price of Staples, 794' publisher: Internet Medieval Sourcebook, Fordham University url: https://sourcebooks.fordham.edu/source/794capit-frankfort.asp accessedAt: '2026-10-06' - key: s2 title: Synodalakten Frankfurt 794 (Werk 1381) publisher: >- Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters, Bayerische Akademie der Wissenschaften url: https://geschichtsquellen.de/werk/1381 accessedAt: '2026-10-06' - key: s3 title: Der karolingische modius publicus publisher: Belsener Kapelle url: http://www.belsener-kapelle.de/karolinger_modius.html accessedAt: '2026-10-06' - key: s4 title: >- „The sun was darkened for seventeen days (AD 797)“. An interdisciplinary exploration of celestial phenomena between Byzantium, Charlemagne, and a volcanic eruption publisher: medieval worlds 17 (2022), über arXiv url: https://arxiv.org/pdf/2210.15328 accessedAt: '2026-10-06' - key: s5 title: >- Coining it? Carolingian rulers and the Frankish coinage, c. 750–900 (Elina Screen, History Compass) publisher: Oxford University Research Archive url: https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:35c63060-2932-47ba-9748-66bb259d4382/files/m64eafa800b1b3627819721e23b085a4f accessedAt: '2026-10-06' - key: s6 title: Das besondere Objekt – Die Münzvielfalt des Mittelalters publisher: Deutsche Bundesbank url: https://www.bundesbank.de/resource/blob/607544/15eb547db4f5b786f60e3db384337c18/mL/die-muenzvielfalt-des-mittelalters-data.pdf accessedAt: '2026-10-06' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: ernaehrung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-06' --- Im Juni 794 hielt Karl der Große in Frankfurt eine Reichssynode ab, deren Ergebnisse im Frankfurter Kapitular zusammengefasst sind.[^s3] Das Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“ datiert die Synode ebenfalls auf Juni 794 und nennt als Hauptgegenstände den Adoptianismus und die Bilderverehrung.[^s2] Kapitel 4 legt fest, dass niemand, ob Geistlicher oder Laie, Getreide teurer verkaufen darf als zum öffentlichen, neu festgesetzten Satz, gleich ob Überfluss oder Teuerung herrscht.[^s1][^s3] Ein Modius Hafer kostet danach einen Denar, Gerste zwei, Roggen drei und Weizen vier Denare.[^s1][^s3] Wer Brot verkauft, soll für einen Denar zwölf Weizenbrote zu je zwei Pfund geben, fünfzehn Roggenbrote, zwanzig Gerstenbrote oder fünfundzwanzig Haferbrote desselben Gewichts.[^s1] Für das öffentliche Getreide des Königs gelten niedrigere Sätze: zwei Modii Hafer für einen Denar, ein Modius Weizen für drei Denare.[^s1] Wer vom König ein Benefizium hält, muss dafür sorgen, dass keiner der dazugehörigen Unfreien verhungert, und darf nur verkaufen, was danach übrig bleibt, zu den genannten Sätzen.[^s1] Nach Reinhold Kaiser, den ein Aufsatz in der Zeitschrift medieval worlds anführt, reagierte Karl damit auf die erste große Hungersnot in seiner Regierungszeit.[^s4] Kaiser zufolge setzte Karl Höchstpreise für Brot und Getreide fest und führte neue Maße, Gewichte und Münzen ein.[^s4] Derselbe Aufsatz verweist auf Berichte über Unwetter und Missernten im Frankenreich zwischen 792 und 794.[^s4] Die Historikerin Elina Screen liest aus dem Kapitular von 794 die Sorge um die Folgen einer Hungersnot und um eine kurz zuvor eingeführte neue Münze.[^s5] Die Deutsche Bundesbank datiert diese Münzreform auf 793/794; einzige Münzsorte wurde der silberne Pfennig oder Denar.[^s6] Kapitel 5 schreibt nach der Belsener Kapelle vor, nur noch die neuen Denare zu verwenden, deren Gewicht von etwa 1,3 auf etwa 1,7 Gramm erhöht worden war.[^s3] Ende der Datei: 6 Quellen.