--- id: diffie-hellman-new-directions-1976 title: Diffie und Hellman zeigen 1976 Schlüsseltausch über offene Kanäle date: '1976-11-01' datePrecision: month dateSources: - s1 - s3 summary: >- Im November 1976 veröffentlichten Whitfield Diffie und Martin Hellman „New Directions in Cryptography“. Der Aufsatz zeigt, wie zwei Seiten über einen öffentlichen Kanal einen gemeinsamen Schlüssel vereinbaren, und führt die Public-Key-Kryptografie ein. themeId: theme-oeffentliche-schluessel wikidata: - id: Q130977753 name: New Directions in Cryptography - id: Q623447 name: Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch seeAlso: - id: skytale-sparta-5-jh-v-chr note: >- Bei der Skytale brauchten beide Seiten denselben Stab; der Aufsatz von 1976 kommt ohne geteiltes Geheimnis aus. - area: internet id: lets-encrypt-2015 note: >- Zertifikate binden öffentliche Schlüssel an Domainnamen; Let's Encrypt machte sie kostenlos. - area: geld id: digicash-erste-zahlung-1994 note: >- Chaums blinde Signatur baut auf der digitalen Signatur auf, die der Aufsatz von 1976 einführte. verification: verified sources: - key: s1 title: >- New Directions in Cryptography (IEEE Transactions on Information Theory, Bd. IT-22, Nr. 6) publisher: Whitfield Diffie, Martin E. Hellman (Stanford University) url: https://ee.stanford.edu/~hellman/publications/24.pdf accessedAt: '2026-10-19' - key: s2 title: The Secret Story of Nonsecret Encryption publisher: Bruce Schneier (Dr. Dobb's Journal, April 1998) url: https://www.schneier.com/essays/archives/1998/04/the_secret_story_of.html accessedAt: '2026-10-19' - key: s3 title: 'Milestones: Invention of Public-key Cryptography, 1969 - 1975' publisher: IEEE, Engineering and Technology History Wiki url: https://ethw.org/Milestones:Invention_of_Public-key_Cryptography,_1969_-_1975 accessedAt: '2026-10-19' - key: s4 title: Whitfield Diffie and Martin Hellman win ACM 2015 A.M. Turing Award publisher: The Stanford Daily url: https://stanforddaily.com/2016/03/02/whitfield-diffie-and-martin-hellman-win-acm-2015-a-m-turing-award/ accessedAt: '2026-10-19' - key: s5 title: The possibility of secure non-secret digital encryption, by J H Ellis (HW 9/51) publisher: The National Archives (Kew) url: https://beta.nationalarchives.gov.uk/catalogue/id/C16493207/ accessedAt: '2026-10-19' disputed: - claim: Beginn der Arbeit von James Ellis am GCHQ positions: - value: '1960' source: s2 - value: '1969' source: s3 resolution: >- Aufgelöst zugunsten von 1969: Ellis' Bericht dazu trägt im Katalog der National Archives das Datum Januar 1970 (s5). Für 1960 nennt keine weitere Quelle einen Beleg. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Verschlüsselung und Datenschutz)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-19' --- Im November 1976 erschien in den IEEE Transactions on Information Theory der Aufsatz „New Directions in Cryptography“ von Whitfield Diffie und Martin Hellman.[^s1][^s3] Er beginnt mit dem Satz „We stand today on the brink of a revolution in cryptography.“[^s1] Die beiden schlagen darin ein Verfahren vor, mit dem zwei Nutzer über einen öffentlichen Kanal einen gemeinsamen Schlüssel vereinbaren, den ein Mithörer nicht mit vertretbarem Aufwand berechnen kann.[^s1] Es beruht darauf, dass sich Logarithmen über einem endlichen Körper offenbar nur schwer berechnen lassen.[^s1] Mit Public-Key-Kryptografie können zwei Seiten über einen offenen Kanal kommunizieren und das Mitgeteilte trotzdem vor Mithörern geheim halten.[^s4] Der Aufsatz führte sie zusammen mit der digitalen Signatur ein.[^s4] Ralph Merkle hatte unabhängig davon untersucht, wie sich Schlüssel über einen unsicheren Kanal verteilen lassen; Diffie und Hellman nennen seinen Ansatz eine Teillösung anderer Form.[^s1] Das Verfahren RSA stammt von Ron Rivest, Adi Shamir und Len Adleman.[^s2] Für ihre Beiträge zur Kryptografie erhielten Diffie und Hellman den Turing Award 2015 der Association for Computing Machinery, bekanntgegeben Anfang März 2016.[^s4] Das nach ihnen benannte Diffie-Hellman-Protokoll liegt vielen Sicherheitsprotokollen im Internet zugrunde.[^s4] Beim britischen Nachrichtendienst GCHQ waren die Grundlagen schon früher bekannt, blieben aber bis 1997 geheim.[^s2][^s3] Dort bekam James Ellis 1969 den Auftrag, Verfahren zur Schlüsselverteilung zu untersuchen.[^s3] Sein Bericht über die Möglichkeit einer nicht geheimen Verschlüsselung ist auf Januar 1970 datiert;[^s5] Bruce Schneier nennt dagegen 1960.[^s2] Clifford Cocks beschrieb 1973 in einem geheimen Papier im Wesentlichen das Verfahren RSA, und Malcolm Williamson fand 1974 ein Verfahren, das dem Diffie-Hellman-Austausch sehr ähnlich ist.[^s2] Ende der Datei: 5 Quellen.