--- id: al-kindi-haeufigkeitsanalyse-9-jh title: Al-Kindī beschreibt um 850 in Bagdad die Häufigkeitsanalyse date: '0850-01-01' datePrecision: century dateSources: - s1 - s3 summary: >- Um 850 beschrieb al-Kindī in Bagdad, wie man Geheimschriften durch das Zählen von Buchstaben bricht. Seine Abhandlung gilt als die früheste bekannte über Kryptoanalyse. themeId: theme-buchstaben-vertauschen wikidata: - id: Q179759 name: al-Kindi - id: Q565636 name: Häufigkeitsanalyse seeAlso: - id: skytale-sparta-5-jh-v-chr note: >- Die Skytale stellte Buchstaben um; das Zählen hilft gegen Ersetzungen, nicht gegen Umstellungen. - id: babington-verschwoerung-1586 note: >- Gut 700 Jahre später entschied eine gebrochene Chiffre in England über Maria Stuarts Schicksal. verification: verified sources: - key: s1 title: Arab Code Breakers publisher: Simon Singh url: https://simonsingh.net/media/articles/maths-and-science/arab-code-breakers/ accessedAt: '2026-10-21' - key: s2 title: >- Letter counting: a stem cell for Cryptology, Quantitative Linguistics, and Statistics (Bernard Ycart) publisher: arXiv url: https://arxiv.org/pdf/1211.6847 accessedAt: '2026-10-21' - key: s3 title: >- Elements of Cryptanalysis, Chapter 3: Frequency Analysis (Bartosz Naskręcki) publisher: Adam-Mickiewicz-Universität Posen url: https://bnaskrecki.faculty.wmi.amu.edu.pl/crypto/book/part1_foundations/ch03_frequency_analysis.html accessedAt: '2026-10-21' - key: s4 title: Al-Kindi publisher: Stanford Encyclopedia of Philosophy url: https://plato.stanford.edu/entries/al-kindi/ accessedAt: '2026-10-21' - key: s5 title: Al-Kindi (805 - 873) - Biography publisher: MacTutor History of Mathematics, University of St Andrews url: https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Al-Kindi/ accessedAt: '2026-10-21' - key: s6 title: Arab Origins of Cryptology publisher: Muslim Heritage (Foundation for Science, Technology and Civilisation) url: https://muslimheritage.com/arab-origins-of-cryptology/ accessedAt: '2026-10-21' disputed: - claim: Geburtsort al-Kindīs positions: - value: Basra source: s4 - value: Kufa source: s5 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: datenschutz)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-21' --- Im neunten Jahrhundert schrieb der Gelehrte Abū Yūsuf Yaʿqūb ibn Isḥāq al-Kindī in Bagdad eine Abhandlung darüber, wie man verschlüsselte Botschaften entziffert.[^s1][^s3] Sie gilt als die früheste bekannte Abhandlung über Kryptoanalyse.[^s3] Ihr arabischer Titel lautet „Risalah fi Istikhraj al-Mu’amma“, auf Englisch „A Manuscript on Deciphering Cryptographic Messages“.[^s3] Entstanden ist sie um 850.[^s1][^s3] Al-Kindī empfiehlt, einen ausreichend langen Klartext in der Sprache der Botschaft zu nehmen und zu zählen, wie oft jeder Buchstabe darin vorkommt.[^s2] Den häufigsten Buchstaben der Geheimbotschaft setzt man dann dem häufigsten des Klartexts gleich, den zweithäufigsten dem zweithäufigsten, und so weiter.[^s2][^s3] Das Verfahren heißt Häufigkeitsanalyse und richtet sich gegen Chiffren, die jeden Buchstaben stets durch dasselbe Zeichen ersetzen.[^s3] Seine eigenen Zählungen stützte al-Kindī auf sieben Seiten mit zusammen 3667 Buchstaben.[^s2] Nach Bernard Ycart enthalten seither alle Abhandlungen über Kryptologie einen Abschnitt über solche einfachen Ersetzungschiffren.[^s2] Al-Kindī wurde um 800 geboren.[^s4] Sein Tod wird meist in die frühen 870er-Jahre gesetzt.[^s4] Als Geburtsort nennt die Stanford Encyclopedia of Philosophy Basra, die Biografie bei MacTutor dagegen Kufa.[^s4][^s5] Gefunden hat die Schrift M. Mrayati beim Durchsehen des osmanischen Süleymaniye-Archivs in Istanbul.[^s1] Eine Gruppe um Mrayati von der Arabischen Akademie in Damaskus hatte 1979 begonnen, nach dem verschollenen Buch des Ibn ad-Durayhim zu suchen.[^s6] Die Gruppe gab die gefundenen Handschriften 1987 auf Arabisch heraus.[^s6] Ende der Datei: 6 Quellen.