--- id: universitaet-heidelberg-1386 title: Die Universität Heidelberg wird eröffnet, die dritte im Reich date: '1386-10-18' summary: >- Am 18. Oktober 1386 eröffnete Kurfürst Ruprecht I. in Heidelberg eine Universität nach Pariser Vorbild, mit Erlaubnis Papst Urbans VI. Nach Prag und Wien war sie die dritte Universitätsgründung im Reich; Anlass war das Schisma von 1378. themeId: theme-die-universitaet verification: verified sources: - key: s1 title: Universität Heidelberg (1386-1800) publisher: Historisches Lexikon Bayerns url: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Universit%C3%A4t_Heidelberg_(1386-1800) accessedAt: '2026-10-02' - key: s2 title: >- I. Die Anfänge der Heidelberger Universität und ihrer Gründungsfakultäten (Ausstellung der Universitätsbibliothek, 625 Jahre Universität Heidelberg) publisher: Universität Heidelberg url: https://www.ub.uni-heidelberg.de/ausstellungen/625jahre2011/sektion1.html accessedAt: '2026-10-02' - key: s3 title: University of Heidelberg (Catholic Encyclopedia, 1910) publisher: New Advent url: https://www.newadvent.org/cathen/07196a.htm accessedAt: '2026-10-02' - key: s4 title: Überblick Geschichte der Universität Heidelberg publisher: Universität Heidelberg url: https://www.uni-heidelberg.de/universitaet/geschichte/ accessedAt: '2026-10-02' provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: bildung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-02' datePrecision: day dateSources: - s2 - s3 seeAlso: - id: universitaet-bologna-1088 note: >- Bologna wuchs ohne Gründer aus Studentenvereinigungen; Heidelberg stiftete ein Fürst mit päpstlicher Bulle. - area: konflikte id: westfaelischer-friede-1648 note: >- Der Krieg, in dem die Universität 1622 ihre Bibliothek an Rom verlor, endete mit diesem Frieden. --- Am 18. Oktober 1386 wurde in Heidelberg eine Hochschule mit einer feierlichen Messe eröffnet; am Tag darauf begann der Unterricht.[^s2][^s3] Gegründet hatte sie Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz, mit Erlaubnis von Papst Urban VI.[^s1][^s3] Die päpstliche Bulle datiert vom 23. Oktober 1385,[^s1][^s3] das landesherrliche Gründungsprivileg vom 1. Oktober 1386.[^s1] Erster Rektor wurde der Niederländer Marsilius von Inghen.[^s3][^s4] Heidelberg war nach Prag 1349 und Wien 1365 die dritte Universitätsgründung im Reich.[^s1] Den Anlass gab das Schisma von 1378.[^s2] Für Urban VI., den Papst in Rom, war Heidelberg eine Gegengründung zu Paris, das dem Papst in Avignon anhing.[^s1] Nach Pariser Vorbild hatte die Hochschule von Anfang an vier Fakultäten: Theologie, Recht, Medizin und die Artes liberales.[^s1][^s2][^s3] Im ersten Jahr verzeichnete sie nach der Catholic Encyclopedia 525 Lehrende und Studierende.[^s3] Die jährlichen Einschreibungen stiegen zunächst auf etwa 200 und sanken wieder, als in Freiburg, Basel, Ingolstadt, Trier, Mainz und Tübingen Universitäten entstanden.[^s1] Später wurde Heidelberg zu einem Zentrum der calvinistischen Lehre; die Besetzung durch bayerische Truppen 1622 beendete diese Blütezeit und gefährdete den Bestand der Universität.[^s1] Herzog Maximilian von Bayern schenkte die Bibliotheca Palatina dem Papst, und sie wurde auf Wagen nach Rom gebracht.[^s3] Den Wiederaufbau warf 1693 die Zerstörung Heidelbergs im Pfälzischen Erbfolgekrieg zurück.[^s1] Am 13. Mai 1803 gab Karl Friedrich von Baden der Universität durch ein Organisationsedikt eine neue Verfassung als Staatsuniversität.[^s3] Heute bezeichnet sie sich als älteste Universität Deutschlands.[^s4] Ende der Datei: 4 Quellen.