--- id: gezer-kalender-10-jh-v-chr title: Gezer-Kalender aus dem 10. Jh. v. Chr. gilt manchen als Schreibübung date: -0949-01-01 datePrecision: century dateSources: - s1 - s2 - s3 summary: >- Der Gezer-Kalender, eine kleine Kalksteintafel aus dem 10. Jahrhundert v. Chr., zählt die Arbeiten eines landwirtschaftlichen Jahres auf. Ein Teil der Forschung hält ihn für die Schreibübung eines Schülers. themeId: theme-schreiben-lernen-in-der-levante wikidata: - id: Q1031406 name: Gezer-Kalender seeAlso: - id: ugarit-schreiber-1250-v-chr note: >- Abecedarien aus Ugarit und Bet Schemesch zeigen, wie das Alphabet in der Levante schon früher geübt wurde. - id: amarna-schultafeln-1350-v-chr note: >- Die Tafeln aus Amarna, mit denen Schniedewind die Abwandlung einer Keilschriftliste vergleicht. - area: religion id: mescha-stele-840-v-chr note: >- Eine Inschrift aus derselben Region und Schrifttradition, rund ein Jahrhundert jünger. verification: verified sources: - key: s1 title: The Gezer Calendar publisher: Biblical Archaeology Society (Bible History Daily) url: https://www.biblicalarchaeology.org/daily/biblical-artifacts/inscriptions/the-gezer-calendar/ accessedAt: '2026-10-25' - key: s2 title: Gezer Calendar, 10th century BCE publisher: Center for Online Judaic Studies url: https://cojs.org/gezer_calendar-_10th_century_bce/ accessedAt: '2026-10-25' - key: s3 title: Gezer Calendar (Encyclopaedia Judaica) publisher: Encyclopedia.com url: https://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/gezer-calendar accessedAt: '2026-10-25' - key: s4 title: >- The Gezer Calendar as an Adaptation of the Mesopotamian Lexical Tradition (Ura 1), Semitica 61 (2019) publisher: Peeters Online Journals url: https://poj.peeters-leuven.be/content.php?url=article&id=3286680 accessedAt: '2026-10-25' disputed: - claim: Zweck des Gezer-Kalenders positions: - value: Schulübung, abgewandelt aus der Keilschrift-Listentradition source: s4 - value: Almanach, Schreib- oder Gedächtnisübung oder Segenstafel source: s1 - value: Schreibübung, Abgabenliste oder Volkslied; Zweck unklar source: s3 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bildung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-25' --- Der Gezer-Kalender ist eine kleine Tafel aus weichem Kalkstein, in die eine Liste landwirtschaftlicher Arbeiten über ein ganzes Jahr geschrieben ist.[^s1][^s2] Gefunden hat ihn der Archäologe R. A. S. Macalister 1908 bei Ausgrabungen in Gezer.[^s2][^s3] Datiert wird er ins 10. Jahrhundert v. Chr.,[^s1][^s2] nach der Schrift.[^s3] Die Vorderseite trägt sieben Zeilen und am linken unteren Rand ein einzelnes Wort, vermutlich einen Namen.[^s1] Erhalten ist dieser Name nur zum Teil, rekonstruiert als Abija.[^s1] Ob er den Schreiber oder den Besitzer nennt, ist offen.[^s3] In ihrem Zweck sind sich die Fachleute nicht einig.[^s3] Manche halten die Tafel für einen Almanach für Bauern, andere für eine Schreib- oder Gedächtnisübung.[^s1] Für die Übung führen sie an, dass die Schrift eher unbeholfen ist.[^s3] Die langsame, ungelenke Hand kann auf einen Schreiber in der Ausbildung hindeuten.[^s1] Auch das Material passt dazu, denn Kalkstein lässt sich leicht abschaben und wiederverwenden.[^s2] Dagegen wurde eingewandt, dass diese Deutung eine früh verbreitete Lesefähigkeit voraussetze; das Center for Online Judaic Studies hält den Einwand für nicht stark genug.[^s2] Andere Deutungen sehen in der Tafel eine Liste zum Einziehen von Abgaben oder ein Volkslied.[^s3] William Schniedewind deutet den Kalender als Schulübung, die eine Liste aus der Keilschrift-Tradition abwandelt.[^s4] Als Vergleich nennt er die gelehrten Tafeln aus Amarna; ein Bruchstück aus Aschkelon zeige, dass diese Liste am Ende der Spätbronzezeit in Kanaan bekannt war.[^s4] Ob die Schrift phönizisch ist oder schon althebräisch, gehört zu den am meisten umstrittenen Fragen.[^s1] Mit einem Ostrakon und zwei Abecedarien aus derselben Zeit zählt der Kalender zu den Inschriften, die als älteste in hebräischer Sprache oder Schrift in Frage kommen.[^s1] Die Tafel liegt heute im Archäologischen Museum Istanbul.[^s1][^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.