--- id: amarna-schultafeln-1350-v-chr title: 'Amarna-Tafeln: Schreiber des Pharaos lernen Keilschrift' date: -1349-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s1 summary: >- In Achet-Aton, der Hauptstadt Echnatons, lernen im 14. Jahrhundert v. Chr. Schreiber Keilschrift und Akkadisch. Unter den Amarna-Tafeln sind rund 30 Übungstexte: Wortlisten, Syllabare und Mythen wie der Adapa-Text. themeId: theme-schreiberausbildung-in-aegypten wikidata: - id: Q235502 name: Amarna-Briefe seeAlso: - id: schreiberschule-house-f-nippur-1740-v-chr note: >- Wortlisten und sumerische Literatur als Lehrstoff stammen aus dieser mesopotamischen Schultradition. - id: ugarit-schreiber-1250-v-chr note: >- Ein Jahrhundert später lernen auch in Ugarit Schreiber Keilschrift mit mehrsprachigen Listen. - id: papyrus-lansing-2-jt-v-chr note: >- Die ägyptische Seite der Schreiberausbildung, in ägyptischer Schrift statt in Keilschrift. - area: literatur id: grosser-aton-hymnus-1350-v-chr note: Entstand in derselben Stadt und unter demselben Pharao. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Akhetaten, Egypt’s Ancient Capital: Records of Ancient Diplomacy (Alice Mandell) publisher: TheTorah.com url: https://www.thetorah.com/article/akhetaten-egypts-ancient-capital-records-of-ancient-diplomacy accessedAt: '2026-10-20' - key: s2 title: Amarna Letters (Priscila Scoville) publisher: World History Encyclopedia url: https://www.worldhistory.org/Amarna_Letters/ accessedAt: '2026-10-20' - key: s3 title: >- Adapa, Genesis, and the Notion of Faith (Giorgio Buccellati, Ugarit-Forschungen 5, 1973) publisher: urkesh.org url: https://urkesh.org/EL2/Buccellati_1973_Adapa,_Genesis,_Faith.pdf accessedAt: '2026-10-20' - key: s4 title: EA 351 (P270850) publisher: Cuneiform Digital Library Initiative url: https://cdli.earth/artifacts/270850 accessedAt: '2026-10-20' - key: s5 title: >- The Amarna Scholarly Tablets (Shlomo Izre'el, Cuneiform Monographs 9, Groningen 1997) publisher: Styx Publications, Ancient World Digital Library der New York University url: http://mc.dlib.nyu.edu/files/books/brill_awdl000085/brill_awdl000085_hi.pdf accessedAt: '2026-10-20' disputed: - claim: Zahl der Übungstafeln im Amarna-Archiv positions: - value: 30 „gelehrte“ Tafeln source: s1 - value: 32 Tafeln, wahrscheinlich Übungsmaterial source: s2 - value: 29 nummerierte Tafeln und Fragmente source: s5 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bildung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-20' --- Im Jahr 1887 kamen bei Tell el-Amarna Tontafeln mit akkadischer Keilschrift zutage.[^s1][^s2] Der Ort ist das alte Achet-Aton, die Stadt, die Pharao Echnaton bauen ließ.[^s2] Die Tafeln stammen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr.[^s2] Sie reichen von der Zeit Amenhoteps III. über die seines Sohnes Echnaton bis einige Jahre darüber hinaus.[^s1] Bekannt sind gut 380 Tafeln und einige Bruchstücke.[^s1] Nicht alle Tafeln sind Briefe: 32 waren wahrscheinlich Übungsmaterial für Schreiber.[^s2] Alice Mandell zählt 30 „gelehrte“ Tafeln und beschreibt sie als Lehrmaterial, mit dem Schreiber im Dienst des Pharaos ausgebildet wurden.[^s1] Die Edition von Shlomo Izre'el verzeichnet 1997 29 nummerierte Tafeln und Fragmente.[^s5] Darunter sind Mythen und Epen, Syllabare, lexikalische Listen, eine Götterliste und eine Liste ägyptischer Wörter in Keilschrift mit babylonischen Entsprechungen.[^s2] Ein lexikalisches Bruchstück aus Achet-Aton liegt heute im Ashmolean Museum in Oxford und wird in die mittelbabylonische Zeit datiert.[^s4] Die am besten erhaltene Abschrift des akkadischen Adapa-Mythos ist eine Tafel aus dem Archiv von Amarna.[^s3] Neben Syllabaren und Wortlisten für die Grundlagen der Sprache nutzten die Lehrer auch mesopotamische Literatur wie diesen Text.[^s3] Die Höfe stützten sich auf diese Schreibertradition, um Dolmetscher für Akkadisch auszubilden, die Verkehrssprache der Diplomatie in dieser Zeit.[^s3] Das Gebäude, in dem die Briefe ausländischer Herrscher an den Pharao lagerten, stand gegenüber dem Hauptpalast neben einem ägyptischen Schreiberzentrum, das in der Antike „Haus des Lebens“ hieß.[^s1] Die Funde aus diesem Bereich deuten auf eine große Gemeinschaft von Schreibern, die auf die ägyptische Schrift und auf die Keilschrift spezialisiert waren.[^s1] Keilschriftschreiber im Dienst Ägyptens lernten auch die ägyptische Schreibpraxis.[^s1] Über die 32 Übungstafeln ist nach dem Stand der Forschung wenig bekannt.[^s2] Ende der Datei: 5 Quellen.