--- id: parthenon-447-v-chr title: 'Parthenon in Athen: Bau beginnt 447 v. Chr. unter Perikles' date: -0446-01-01 datePrecision: year dateSources: - s2 - s3 summary: >- Der Parthenon auf der Akropolis wurde von 447 bis 432 v. Chr. aus pentelischem Marmor gebaut. Seine gekrümmten Linien gelten seit Vitruv als optischer Ausgleich; eine Studie von 2026 bestreitet das. themeId: theme-baumeister-und-bauwissen seeAlso: - id: vitruv-de-architectura-30-v-chr note: >- Vitruv ist der Gewährsmann für die Deutung der Kurvaturen als optischer Ausgleich, die hier bestritten wird. - area: arbeit id: erechtheion-bauabrechnungen-408-v-chr note: >- Die Bauabrechnungen des Nachbartempels auf derselben Akropolis, eine Generation später. - id: pantheon-hadrian-125 note: >- Ein anderer Tempelbau der Antike: Rom überspannt den Raum mit einer Kuppel aus Beton statt mit Säulen und Marmorbalken. verification: verified sources: - key: s1 title: 'Parthenon: Temple of Athena Parthenos (Mark Cartwright)' publisher: World History Encyclopedia url: https://www.worldhistory.org/parthenon/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s2 title: 'The Parthenon (Study Guide: Reading Greek Temples)' publisher: Reed College url: https://www.reed.edu/glam/studyguides/temples/parthenon-intro.html accessedAt: '2026-10-09' - key: s3 title: Marble from the Parthenon publisher: Musei Vaticani url: https://www.museivaticani.va/content/museivaticani/en/collezioni/musei/museo-gregoriano-profano/Marmi-del-Partenone.html accessedAt: '2026-10-09' - key: s4 title: >- Centuries Ago, an Architect Characterized the Parthenon's Curves as a Clever Optical Illusion. Now, a Mathematician Begs to Differ publisher: Smithsonian Magazine url: https://www.smithsonianmag.com/smart-news/centuries-ago-an-architect-characterized-the-parthenons-curves-as-a-clever-optical-illusion-now-a-mathematician-begs-to-differ-180989520/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s5 title: The Parthenon, Athens (Hugh Lester, Tulane University) publisher: Hanover College url: https://history.hanover.edu/courses/art/agrepar.html accessedAt: '2026-10-09' - key: s6 title: >- Plutarch, Life of Pericles 12.6–13.5 (Übersetzung Bernadotte Perrin) publisher: >- Perseids (Perseus-Projekt) url: https://cts.perseids.org/read/greekLit/tlg0007/tlg012/perseus-eng2/12.6-13.5 accessedAt: '2026-10-09' - key: s7 title: "BSmith Parthenon (Vortrag)" publisher: "University of Melbourne, Digitised Collections" url: https://digitised-collections.unimelb.edu.au/bitstream/handle/11343/56262/BSmith-Parthenon.pdf?sequence=1 accessedAt: '2026-10-11' disputed: - claim: Zweck der Kurvatur und der Entasis positions: - value: Ausgleich einer optischen Täuschung source: s1 - value: kein Beleg für eine optische Wirkung (Goriely) source: s4 - value: Wölbung des Stylobats wohl für den Wasserablauf source: s7 resolution: >- Die Absicht der Baumeister ist nicht überliefert. Goriely findet keine wahrnehmbare optische Wirkung; für die Wölbung des Stylobats wird auch der Wasserablauf genannt. - claim: Rolle des Phidias positions: - value: Leitung des gesamten Vorhabens source: s1 - value: Bildschmuck des Tempels source: s3 resolution: >- Plutarch nennt Phidias den Leiter und Aufseher aller Bauten des Perikles und zugleich Kallikrates und Iktinos als Architekten des Parthenon. Die Leitung des Bauprogramms und der Bildschmuck schließen einander nicht aus. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bauen)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-09' --- Der Parthenon auf der Akropolis von Athen wurde zwischen 447 und 432 v. Chr. gebaut[^s3] und der Stadtgöttin Athena Parthenos geweiht.[^s1] Der Bau begann 447 v. Chr., 438 v. Chr. wurden Tempel und Kultbild geweiht, 432 v. Chr. waren Tempel und Skulpturen fertig.[^s2] Entworfen haben ihn die Architekten Iktinos und Kallikrates.[^s2][^s5] Angestoßen hatte den Bau der Staatsmann Perikles, bezahlt wurde er aus Überschüssen der Kriegskasse des Delischen Bundes.[^s1] Er nahm einen 490 v. Chr. begonnenen und abgebrochenen Tempelbau wieder auf.[^s1] Gebaut wurde bis auf das Fundament aus Kalkstein ganz aus pentelischem Marmor, und dafür gab es kein Vorbild.[^s2] Für keinen griechischen Tempel zuvor war so viel Marmor verbaut worden, rund 22.000 Tonnen.[^s1] Der Bildschmuck ist das Werk des Bildhauers Phidias.[^s3] Er leitete auch das gesamte Vorhaben.[^s1] Plutarch nennt ihn Leiter und Aufseher aller Bauten des Perikles, für den Parthenon aber Kallikrates und Iktinos als Architekten.[^s6] Der Stylobat, der Boden des Tempels, ist nicht eben, sondern steigt zur Mitte leicht an, und die Säulen sind in der Mitte leicht verdickt, die sogenannte Entasis.[^s1] Die Mitte des Bodens liegt gut fünf Zentimeter höher als seine Ränder.[^s4] Der römische Architekt Vitruv erklärte im ersten Jahrhundert v. Chr., die Baumeister hätten gewusst, dass vollkommen gerade Linien nach unten gebogen wirken würden.[^s4] Die World History Encyclopedia folgt dieser Deutung als Ausgleich einer optischen Täuschung.[^s1] Der Mathematiker Goriely hält dagegen, die Formen seien zwar vorhanden, aber nicht dazu gedacht, das Auge zu täuschen.[^s4] Es gebe keinen Beleg, dass die Verfeinerungen die angenommenen Täuschungen tatsächlich erzeugen.[^s4] Für die Wölbung des Stylobats wird auch der Wasserablauf als Grund genannt.[^s7] 1687 belagerte ein venezianisches Heer unter Francesco Morosini die von türkischen Truppen besetzte Akropolis, die den Parthenon als Pulvermagazin nutzten.[^s1] Am 26. September traf eine venezianische Granate das Magazin, und die Explosion zerriss den Bau.[^s1] Ende der Datei: 7 Quellen.