--- id: olorgesailie-obsidian-320000-jahre title: 'Olorgesailie: Obsidian kommt vor 320.000 Jahren von weit her' alter: wert: 320000 einheit: a bezug: vor heute dateSources: - s1 - s3 - s4 summary: >- Im Olorgesailie-Becken in Kenia holten Frühmenschen vor rund 320.000 Jahren Obsidian aus Dutzenden Kilometern Entfernung und gewannen Farbe aus Gestein. Kleinere Werkzeuge lösten dort die Faustkeile ab. themeId: theme-ockerabbau wikidata: - id: Q3881916 name: Olorgesailie - id: Q52353821 name: >- Long-distance stone transport and pigment use in the earliest Middle Stone Age. seeAlso: - id: blombos-ocker-werkstatt-100000-jahre note: >- Rund 200.000 Jahre später wird Ocker in Südafrika in Schalen zu Farbe angerührt. - id: lion-cavern-ngwenya-43000-jahre note: Hier wird Pigment nicht mehr nur bearbeitet, sondern im Fels abgebaut. - id: nazlet-khater-hornsteinbergwerk-40000-jahre note: >- Auch dort holen Menschen das Gestein für ihre Werkzeuge gezielt heran, unter Tage. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Long-distance stone transport and pigment use in the earliest Middle Stone Age (Abstract, Science 2018) publisher: CARTA, UC San Diego url: https://carta.anthropogeny.org/node/316087 accessedAt: '2026-10-26' - key: s2 title: The onset of human innovation, social networks, and the use of color publisher: Springer Nature Research Communities url: https://communities.springernature.com/posts/the-onset-of-human-innovation-social-networks-and-the-use-of-color accessedAt: '2026-10-26' - key: s3 title: Scientists Are Amazed By Stone Age Tools They Dug Up In Kenya (NPR) publisher: KAXE (NPR) url: https://www.kaxe.org/news/2018-03-15/scientists-are-amazed-by-stone-age-tools-they-dug-up-in-kenya accessedAt: '2026-10-26' - key: s4 title: Tool Discovery Pushes Back Onset of Middle Stone Age publisher: Archaeological Institute of America url: https://archaeology.org/news/2018/03/16/180316-middle-stone-age/ accessedAt: '2026-10-26' - key: s5 title: >- Scientists Discover Evidence of Early Human Innovation, Pushing Back Evolutionary Timeline (nach Pressemitteilung Smithsonian Institution) publisher: UConn Today url: https://today.uconn.edu/2018/03/scientists-discover-evidence-early-human-innovation-pushing-back-evolutionary-timeline accessedAt: '2026-10-26' disputed: - claim: Größte Entfernung der Obsidianquellen positions: - value: 25 bis 50 km source: s1 - value: bis 95 km source: s2 - value: bis 55 Meilen source: s3 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: arbeit)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-26' --- Im Olorgesailie-Becken im Süden Kenias haben Forscher Fundstellen der Mittleren Steinzeit ausgegraben, die auf mindestens 295.000 bis etwa 320.000 Jahre datiert sind.[^s1] Die Frühmenschen dort stellten vorbereitete Kerne und Spitzen her, holten Steinmaterial aus 25 bis 50 Kilometern Entfernung und gewannen rotes Pigment aus eisenhaltigem Gestein.[^s1] Die Ergebnisse erschienen in drei Aufsätzen in der Zeitschrift Science,[^s3] online am 15. März 2018.[^s2] Davor hatten die Bewohner des Beckens rund 700.000 Jahre lang Faustkeile hergestellt; zwischen 500.000 und 320.000 Jahren vor heute wurden sie von kleineren, sorgfältiger geformten Werkzeugen abgelöst.[^s2] Für die Faustkeile stammte das Gestein aus höchstens 5 Kilometern Entfernung, der Obsidian der Mittleren Steinzeit dagegen aus mehreren Richtungen und aus bis zu 95 Kilometern.[^s2] Bei der größten Entfernung gehen die Angaben auseinander, von 50 Kilometern im Aufsatz[^s1] über 55 Meilen[^s3] bis zu 95 Kilometern.[^s2] Gefunden wurden auch schwarzes und rotes Gestein, Mangan und Ocker, das zur Gewinnung von Farbe bearbeitet worden war.[^s5] Manche Brocken waren angebohrt, möglicherweise um Pigment herauszulösen.[^s3] Der Ausgräber Rick Potts deutet die weiten Wege als Tausch zwischen Gruppen: Am Fundort kamen große Rohstücke an, nicht nur kleine Splitter, wie sie Wanderer beim Bearbeiten unterwegs hinterlassen hätten.[^s3] Die Zeitschrift Archaeology formuliert vorsichtiger, die Werkzeugmacher hätten zum Obsidian reisen und vielleicht mit anderen Gruppen in Kontakt treten müssen.[^s4] Menschliche Fossilien wurden an der Fundstelle nicht gefunden, deshalb ist offen, ob Homo sapiens die Werkzeuge herstellte.[^s4] Etwa 180.000 Jahre der Ablagerungen hat die Erosion an der Fundstelle zerstört; danach setzen Pigmentbrocken und neue Werkzeuge ein.[^s4] Ende der Datei: 5 Quellen.