--- id: generative-adversarial-networks-2014 title: Zwei Netze gegeneinander — Generative Adversarial Networks date: '2014-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- Ein Aufsatz von 2014 lässt zwei neuronale Netze gegeneinander antreten: Eines erzeugt Daten, das andere soll echte von erzeugten unterscheiden. Im theoretischen Optimum bildet das erste die echten Daten so genau nach, dass das zweite nicht mehr unterscheiden kann. themeId: theme-multimodalitaet wikidata: - id: Q25104379 name: 'Generative Adversarial Networks' - id: Q27990103 name: 'Generative Adversarial Nets' verification: verified sources: - key: s1 title: Generative Adversarial Networks (arXiv:1406.2661) publisher: arXiv (Cornell University) url: https://arxiv.org/abs/1406.2661 accessedAt: '2026-09-15' - key: s2 title: >- Generative Adversarial Nets (Advances in Neural Information Processing Systems 27, NIPS 2014) publisher: Neural Information Processing Systems Foundation url: https://proceedings.neurips.cc/paper/2014/hash/f033ed80deb0234979a61f95710dbe25-Abstract.html accessedAt: '2026-10-12' - key: s3 title: 'The GANfather: The man who''s given machines the gift of imagination' publisher: MIT Technology Review url: https://www.technologyreview.com/2018/02/21/145289/the-ganfather-the-man-whos-given-machines-the-gift-of-imagination/ accessedAt: '2026-09-15' provenance: origin: legacy-entries-ts migratedAt: '2026-09-14' reviewedBy: audit reviewedAt: '2026-09-15' seeAlso: - id: diffusion-image-generation-breakthrough-2021-2022 note: Dieselbe Aufgabe, sieben Jahre später mit einer anderen Methode gelöst. --- Am 10. Juni 2014 wurde der Aufsatz "Generative Adversarial Networks" bei arXiv eingereicht.[^s1] Veröffentlicht wurde er im Tagungsband der Konferenz NIPS 2014.[^s2] Verfasst haben ihn acht Autoren: Ian Goodfellow, Jean Pouget-Abadie, Mehdi Mirza, Bing Xu, David Warde-Farley, Sherjil Ozair, Aaron Courville und Yoshua Bengio.[^s1] Das Verfahren besteht aus zwei Netzen.[^s1][^s2] Ein erzeugendes Modell bildet die Verteilung der Daten nach; ein unterscheidendes schätzt, ob eine Probe aus den Trainingsdaten stammt oder erzeugt wurde.[^s2] Trainiert wird das erste darauf, die Fehlerquote des zweiten zu maximieren — die Autoren beschreiben das als Minimax-Spiel zweier Spieler.[^s1] Im theoretischen Optimum gibt das erzeugende Modell die Verteilung der Daten exakt wieder, und das unterscheidende gibt überall die Wahrscheinlichkeit 1/2 aus, kann also nicht mehr unterscheiden.[^s1] Ein praktischer Vorteil lag in dem, was wegfiel: Sind beide Netze mehrschichtige Perzeptrone, lässt sich das ganze System mit Backpropagation trainieren — ohne Markow-Ketten und ohne aufgefaltete Näherungsverfahren, weder beim Training noch beim Erzeugen.[^s1] Auf die Idee, zwei Netze gegeneinander antreten zu lassen, kam Goodfellow 2014 in der Montrealer Kneipe Les 3 Brasseurs, als Freunde ihn um Hilfe bei einem Rechner baten, der selbst Fotos erzeugen sollte; zu Hause programmierte er bis in die frühen Morgenstunden, und das Programm lief beim ersten Versuch.[^s3] Yann LeCun, leitender KI-Forscher bei Facebook, nannte GANs „the coolest idea in deep learning in the last 20 years“, für ihn die reizvollste Idee des Deep Learning in zwanzig Jahren.[^s3] Als naheliegende Einsatzfelder galten Spiele und Mode; in der Medizin könnten erzeugte Patientendaten fehlende echte ersetzen, und in der Teilchenphysik entwickelten Forscher ein GAN, das Teilchensimulationen schneller vorhersagt.[^s3] Zugleich eignet sich ein Verfahren für realistische Fälschungen auch für Falschnachrichten.[^s3] Goodfellow selbst glaubt nicht an eine rein technische Lösung gegen Fälschungen; nötig seien gesellschaftliche Antworten, etwa Kindern in Debattierkursen kritisches Denken beizubringen.[^s3] Ende der Datei: 3 Quellen.